Review: T.A.N.K. – ‚Return‘

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Cover: Return

T.A.N.K. kehrt zurück. Bumm. Ein wuchtiger Typ, der die harte Tonart bevorzugt. Aber wahrlich niemand, der sich in der Vordergrund drängt. In Hinblick auf die Qualität der Musik auf Return könnte er schon mal richtig herumpoltern, denn das Comeback umfasst ungleich mehr als finstere Härte, es zeigt sich auch vielschichtig und hochgradig inspiriert.

T.A.N.K. – Return

T.A.N.K. startete 2001 als old school Electro/EBM Band in Dessau. Eigentlich ein Ein-Mann-Projekt, aber mit offenem Visier: So beteiligten sich immer wieder befreundete Musiker: Zu nennen sind Frank Krause (Mezire), Michael Alisch (Pinsel Liest!) und Anika als Liveunterstützung.

Der Name der Band selbst steht für „Taktischer Angriff (auf’s) Nervenkostüm“ (Tactical assault on nervous systems). Man erlangte Mitte des letzen Jahrzehnts eine gewisse Bekanntheit, verschand dann aber von der Bildfläche, obgleich der szenebekannte Mensch Tank als Mitglied der Tremor-Familie immer noch aktiv war.

Differenziertes Comeback abseits des möglichen (Vor-)Urteils

Dessau & Familientreffen als Schlagwörter – man könnte voreilig vermuten, dass hier derbe und klare EBM geboten wird. Alles geschätzte Trademarks, die mit diesen Orten verbunden sind und ihnen eben dennoch nicht komplett gerecht werden.

Return weist eine lange Vorlaufzeit auf und selbige wurde offenkundig für ebenso düstere wie differenzierte Arrangements genutzt.

Die Rückkehr entpuppt sich als musikalische Heimsuchung, welche viele Facetten der düsteren Elektronik aufgreift und mitunter an die hohe Qualität manch prägender Dark Electro Veröffentlichung der 90er Jahre gemahnt.

Das zeigt sich früh beim inhaltsstarken Opener Moneypulation, welcher nach einem stimmungsvollen Intro mit monströsen Vocals wütend losstampft.

Auch der Mid-Tempo-Schleicher Run-Human-Run greift diese Linie gekonnt auf. Man muss natürlich einen Draht zu den brummelig-fordernden und fast an alte Trial gemahnenden Vocals (Zero One) haben, sonst funktioniert das Album für den Hörer nicht.

Ausgearbeitet Stimmungen und viel Atmosphäre prägen einige Highlights des Comebacks (herausragend hier Bewusstsein). Titel, die sich ideal als Untermalung noch zu produzierender apokalyptischer Science Fiction Streifen eignen würden. Return ist hier Aufruf und Vision.

Gelungene Variationen des Dark Electros

EBM-lastiger fallen Biker Pride und das treibende Pressure aus. Erneut flankiert T.A.N.K. in diesem Zuge die wütende Härte mit dezenten Flächen. Fast rockig mutet übrigens Clash Of Cultures an, in welchen die female vocals wirklich überraschend zum Einsatz kommen.

Der Musiker schafft es insgesamt, aus einem klaren Konzept heraus frische Impulse zu integrieren, ohne dass der düstere Grundansatz verloren geht. Dabei sticht im Verlauf explizit Der Neue Krieg hervor: Eine zackige und inhaltlich scharfzüngige Nummer, die im Refrain auf schöne Flächen setzt und genau von diesem Gegensatz lebt.

Nicht wenige junge Electrobands erschlagen ihre Titel mit Flächen, T.A.N.K. zeigt hingegen, wie man Klangflächen besser einsetzt! Mit dem alptraumhaften und dezent noisigen Lament vollendet sich sich dann Return. Puh, finster.

Fazit: Eine Rückkehr, wie aus einem guten und gleichsam schaurigen Bilderbuch. Mit einem überraschenden Charakter, denn man wusste ja gar nicht, ob dieses Projekt noch lebt. Düster, böse und manchmal auch extrem ausgereift sucht T.A.N.K. seine Hörer heim. Man merkt die lange Vorlaufzeit, denn immer wieder sind aufwendige und komplexe Momente zu vernehmen. Vielschichtiger und bisweilen böser Dark Electro für Fans und Kenner. Hey T.A.N.K. – warte nicht so lange bis zur nächsten Reinkarnation!

Wertung: 8.5 von 10 Punkten (8.5/10)

Release Infos

Interpret:T.A.N.K.
Label: Electric Tremor
Release: Herbst 2017
Stil: Dark Electro / Electro / industrial

Tracklisting:
01. Moneypulation
02. Bewusstsein
03. Bikers Pride
04. Clash of Culture
05. Freakshow II
06. Der neue Krieg
07. Run Human Run
08. Zero One
09. Pressure
10. Compurgation
11. Lament

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