Review: Absolute Body Control – ‘Shattered Illusion’

absolute body control - shattered illusionMastermind Dirk Ivens (Dive, Sonar, The Klinik) und Eric van Wonterghem (Monolith, Insekt, Ex-The Klinik) kreuzen nach der vielversprechenden Maxi Never Seen mit einem neuen Album auf. Shattered Illusion nennt sich der erste Absolute Body Control Longplayer seit 17 Jahren. Für derartige Comebacks ist das Jahr 2010 mittlerweile ein gutes Pflaster.

Absolute Body Control – Shattered Illusion

Hinein in die Zeitmaschine: Griffige Phrasen wie ‘Retroeinfluss’ oder ’80er Jahre Tribut’ erscheinen deplaziert. Sobald Shattered Illusion das Ohr des Hörers vereinnahmt, IST er im Jahre 1981 – analoge Maschinen, wabernde Bässe und minimale Strukturen dominieren, draußen herrscht der Kalte Krieg. Cold Wave für Dich.

Und doch ist dieser distanzierte Klang so vital, die – oberflächlich betrachtet – schwarz-weiße Welt so voller melodischer Grautöne, dass man sich ihr nicht entziehen kann.

Raum für den Klang

Das Duo spielt die Maschinen, haucht ihnen Leben ein und füllt sie mit inspirierter Essenz. Das konnten Absolute Body Control schon immer oder suggerieren ihnen die Maschinen das nur?

Düster klingt das Werk, kein beschwingtes Love At First Sight dringt durch die Boxen. Dirk Ivens & Eric van Wonterghem loten in ihrem bewusst reduzierten Feld in bester Bandtradition die dunklen Töne aus, immer in einer Haltung des bedrückten Erzählers intoniert. Keine Herbst- , nein – Wintermusik.

Bewegung – Kälte – Melodie

Der Dancefloor muss dabei nicht zu kurz kommen, Surrender No Resistance, Never Seen oder Sorrow führen nicht zur Schockstarre, sondern treiben dosiert an. Mehr als Strobo und Nebel braucht es dabei nicht – alles andere wäre zu viel Getue.

Minimal-Elektronik und analoge EBM im Reinformat, so konsequent, dass es schon wieder futuristisch wirkt. Ka ist ein Rad – Leser des ‘Dunklen Turms’ von Stephen King kommt das vermutlich bekannt vor.

Und tatsächlich, Absolute Body Control feiern ihre suggestive Magie als hätten sie nie Pause gemacht. Shattered Illusion hallt mental nach; das gilt besonders für das Titelstück.

Minimal in allen Belangen

Variantenreich zeigt sich das Album dennoch, denn die Maschinisten verleihen ihren Tracks mit kleinsten Variationen die größtmöglichen Unterschiede.

Richtig klinisch wird es mit Stardust Fever, dessen klaustrophobische Inszenierung nicht nur Raum raubt.

Das Album endet im bedrohlich-monotonen Talking To The Men, die repetitive Textzeile und der sägende Grundton ziehen den Hörer unausweichlich in den Song hinein – zurück in die Jetzt-Zeit? Nicht vorgesehen.

Minimal aber auch die Spielzeit, die Single Never Seen und das packende Into The Light (leicht modifiziert vorliegend) kennt man von der Vorab-Maxi. So bleiben neben introartigen Stücken wie What Took You So Long, dem Kraftwerk Seitenhieb Eins Zwei Drei Vier oder 76 Sekunden Any Second Now “nur” fünf neue Songs, die aber ein Statement für sich sind.

Wertung: 8.5 von 10 Punkten (8.5/10)

Shattered Illusion Release Infos

Interpret: Absolute Body Control
Label: Sleepless/ Daft Records
Release: 15.10.2010
Stil: EBM/Minimal

Tracklisting:
01. What Took You So Long?
02. Sorrow
03. Surrender No Resistance
04. Eins Zwei Drei Vier
05. Never Seen
06. Stardust Fever
07. Any Second Now
08. Shattered Illusion
09. Into The Light
10. Talking To The Man



 
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