Review: Leaether Strip – Retention No.3

Retention no3 frontcoverDie Retention-Reihe des nimmermüden Claus Larsen beinhaltet jeweils die remasterte Version eines Leaether Strip Albums der Frühzeit. Dazu kommt eine zweite CD mit aktuellen Interpretationen der damaligen Nummern und einigen neuen Songs. Teil drei der Serie arbeitet den Leaether Strip Klassiker schlechthin auf: Solitary Confinement.

Solitary Confinement remastert

Solitary Confinement ist ein echter Platzhirsch in der Leaether Strip Historie. Floorfiller wie Strap Me Down, Adrenalin Rush oder I´m Your Conscience dröhnen auch heutzutage noch vielgewünscht durch die Discoboxen. Namenhafte EBM-, Electro- und sogar Dark Electro Bands nennen das 93er Werk als Einflussquelle – da kommt eine klanglich aufpolierte Fassung des eh schon gut produzierten Originalsilberlings absolut passend.

Verzerrte Vocals waren damals nicht an der Tagesordnung und stellten in der brachial vorgetragenen Weise ein Novum dar. Das Besondere lag und liegt darin, dass dennoch eingängige Melodiebögen und Stimmungsvariationen integriert sind. Genau daran scheitern heutzutage viele Newcomer.

Mit dichten Soundcollagen Marke Croatia und treibenden Tracks wie Crash Flight 232 überzeugt das Werk zwangsläufig bis zum letzten Ton. Komplettiert wird die erste CD zusätzlich mit der Material EP. Wer Leaether Strip gerade jetzt für sich entdeckt, sollte einfach mit diesem Teil der Retention-Reihe starten.

Die Neuinterpretationen der Songs

Bei den bisherigen Retention-CDs wurde schnell deutlich, dass die neuen Versionen nur selten mit den Originalen konkurrieren konnten.

Die Kritik trifft in Teilen auch auf dieses Werk zu: Nicht immer werden neue Details oder Stimmungen heraus gearbeitet, die Neuinterpretationen wirken stilistisch meist enger als die Originale und konzentrieren sich auf Druck und Rhythmik – dies allerdings souverän und gekonnt. Technisch solider Clubstoff.

Allerdings reißen auf Retention No.3 einige Songs nach oben aus: Die kombinierte Version von Evil Speaks und Fit For Flogging pumpt sich rockend durch den Körper und überzeugte bereits live. Auch Adrenalin Rush verliert trotz aggressiverer Herangehensweise nicht an Flair, sondern glänzt jetzt mit kämpferischer Attitüde.

Ungewöhnlich, aber durchaus gelungen auch die tanzbare Version von Croatia und die fröhlich-poppige Variante von Strap Me Down. Damit war nicht zu rechnen.

Steal – ursprünglich von der Material EP – mutiert zu einer high speed Pogonummer mit erfreulich verspielten Sequenzen. Akustisch verordneter Bewegungsdrang in Perfektion.

Demgegenüber stehen Neuaufnahmen von Crash Flight 232 oder Red Meat Attraction, die leider viel zu eindimensional und einheitlich klingen.

Neue Tracks

Interessant auch die neuen Songs auf der zweiten CD. Während sich The End als schleppendes Outro offenbart, verdichtet sich im zweiten neuen Song die wiedererlangte Stärke von Claus Larsen.

Vorbei die endneunziger Zeiten, in denen die Vocals so kraftlos und nölig klangen, nein – Voluntary Confinement erinnert etwas an Don´t You Dare Die On Me und transportiert die klaustrophobische Melodie, frostige Sprachsamples und nostalgische Flächen gleichermaßen.

Fazit: Trotz einiger Schwächen bei den Neuinterpretationen der beste Teil der Retention-Serie. Dies liegt zu nicht geringen Teilen am famosen Referenzalbum Solitary Confinement.

Wertung: 8 von 10 Punkten (8/10)



 
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