Review: Chemical Waves – ‘The Garden Of Forking Paths’

chemical-waves-the-garden-of-forking-pathsHinter Chemical Waves verbirgt sich Halo Effect Member Marco. Ganz im Gegensatz zur elektronisch-poppigen Ausrichtung von HE, inszeniert er auf The Garden Of Forking Paths stimmungsvolle bis dramatische Wave/Dark Wave Musik klassischer Prägung, ergänzt mit durchdachten Besonderheiten.

Chemical Waves – The Garden Of Forking Paths

Der Musiker konstruiert auf dem The Garden Of Forking Paths Album einen Klang, der in Sachen dunkler, intensiver Vielfältigkeit, Experiment und Ideenreichtum an klassische Wave und Dark Wave Bands gemahnt und doch darüber hinaus geht.

Dies liegt vor allem daran, dass die Band weder der süßlichen Eingängigkeit mancher New Wave Songs, noch einem zu progressiven und auf modern getrimmten Gitarrenspiel folgt.

Schräg und doch gekonnt – so der erste Spontaneindruck. Unerwartetes muss nicht per Definition schwer zugängig sein. Auf Vocals verzichten das Album, wohl inszenierte Samples übernehmen diese Funktion.

Der Einbruch der Moderne in das klassische und bisweilen entfernt an frühe The Cure gemahnende Gitarrenspiel – ein reizvoller Kontrast.

Die getragene bis mitunter sehr bedrohliche Grundstimmung liegt nicht nur in der Musik begründet, inhaltlich arbeiten sich Chemical Waves durch die Historie – eine Reise durch Amerika bis nach Russland, von John F. Kennedy über Marilyn Monroe bis hin zu Steve Jobs.

Aufbau und Zerstörung, Krieg und Frieden, Verbrechen und Opfer – schwere Themen verarbeitet das Projekt in angemessenem Ambiente.

Wohl arrangierter Dark Wave gespickt mit modernen Samples

The Garden Of Forking Paths funktioniert als fließendes Gesamtwerk. Keine spontan erkennbare Übernummer verdrängt die Konsistenz des Albums.

Die integrierten Samples (Soviet Army) verleihen den Songs eine subtile Dramatik, die mit dem schräg-anrollenden Wavegitarren harmoniert. Eine obsessive Rhythmik zwischen getragen und anspornend (Murders TV) rundet den vollen organischen Klang ab.

Stellenweise atemberaubend die Eigendynamik der Titel: The Great Dictator beginnt weitläufig und legt durch die eingebaute Rede an Dichte und Dramatik unweigerlich zu. Das hat durchaus Soundtrackqualität, verliert sich aber nicht in ausufernden Details.

Zwischen all der Dämmerstimmung entfliehen immer mal wieder schöne und entspannende Momente (The Other Side Of The Garden), eine Auflockerung, die das Album vor einer zu gruftigen Grundstimmung bewahrt.

Sicher, The Garden Of Forking Paths benötigt Zeit und vielleicht die richtige Grundstimmung beim Hörer, aber dann belohnt es mit zeitloser Ästhetik den Aufwand.

Fazit: Respekt für ein mutiges Werk in einem Genre, das derzeit sicher nicht all zu viele potente Vertreter zu bieten hat. Für Dark Wave Fans mehr als ein Tipp.

Wertung: 7.5 von 10 Punkten (7.5/10)

The Garden Of Forking Paths Release Infos

Interpret: Chemical Waves
Label: AFMUSIC
Release: 30.11.2012
Stil: Wave/Dark Wave

Tracklisting:

1. Radio America 01:02
2. The Origin 04:49
3. Soviet Army 06:15
4. Sweet Candy Bullets 03:42
5. The Great Dictator 05:33
6. The Other Side Of The Garden 01:23
7. Ever Loved 05:02
8. Hungry Kisses 03:34
9. I Don’t Like This At All 04:40
10. Murders TV 05:28
11. Closure 04:54



 
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