Review: Autodafeh – ‘Digital Citizens’

Autodafeh - Digital Citizens2007 gestartet, bringen Autodafeh mit Digital Citizens derzeit ihren bereits fünften Longplayer unter die Leute. Fleißig und umtriebig sind die Musiker auf jeden Fall, was erwartet die Hörerschar auf dem neuen Werk der immer bekannter werdenden Schweden?

Autodafeh – Digital Citizens

Laut Pressemeldung wollten Mika, Anders und Jesper Sounds aus der Kiste holen, die nicht so häufig in ihrem Genre Verwendung finden. Genauer: Es geht um alte Drummachines und Synthesizer aus den 80er und 90er Jahren.

Nach wie vor dringt trackweise die durchaus gewollte Nähe zu der legendären 242-Zahlenfolge durch, aber explizit oldschoolig klingt Digital Citizens eigentlich nicht, zumindest nicht in der ersten Hälfte.

Die Aussage:

Analogue bases, beckoning into a digital world…

ist eher als moderne Adaption klassischer Ideen denn als expliziter Rückgriff zu interpretieren.

Tatsächlich gestaltet sich der Auftakt doch recht moderat, was einfach durch die zeitweise zu sehr in den Vordergrund gerückten hellen Trancesounds bedingt ist.

Nicht oft, aber manchmal (Beispiel: Conflict, Feeding The Flames) neigt die Band dazu, etwas zu gewöhnlich zu klingen.

Auch der Titeltrack, durchaus scharfzüngig und durchdacht arrangiert, tendiert eher in die Richtung gut gemachtem Clubelectros, die Nummer dürfte somit bei einigen neuen Hörern Gefallen hervorrufen.

Experimentelle Passagen

Mut zu Neuem haben Autodafeh ebenfalls, High On Pain spielt mit noisigen Sounds, generiert eine stimmungsvolle Collage und geht als gelungene Variation durch.

Album mit Anlaufzeit

Der Mittelteil des Albums zeigt sich im Tempo reduziert, aber mit Fatamorgana kommt endlich jene Stimmung ins Spiel, mit der die Band in den letzten Jahren oft überzeugte: moderat in der Härte, aber in subtiler Weise angenehm bedrohlich.

Anschließend spielt Digital Citizens seine Stärken endgültig aus: The Future gräbt sich mit pumpenden Basslauf ins Gehör, packt die EBMer am spärlich bestückten Schopf und holt sie an Bord.

Autodafeh 2015

Autodafeh 2015 – Rhythmisch versiert und mit Gespür für griffige Tracks

Stomper und “catchy” Tracks

Aber es kommt noch besser: Information Society klingt mit seinen geilen Samples nicht nur explizit “frontig”, sondern wartet mit einer satten “cathy” Melodie auf.

Tolle und hitverdächtige Nummer, auf die passend das No Shuffle Cover folgt, welches man aber nicht unbedingt benötigt.

Da überzeugt das stimmungsvolle Ready To Go schon mehr, “Schleicher” konnten Autodafeh schon immer gut.

Stomperattacke! Carpe Diem punktet als gut gemachter NEP-Tribut moderner Machart und erinnert etwas an das knackige Lessons To Learn vom letzten Album. Clubeinsatz empfohlen.

Mit Set Me Free schließt das akustische Machwerk seine Pforten: Autodafeh hauen bei dem Midtempo-Track nochmals einen raus, begeistern mit einem gefährlich klingenden Refrain, der sich im wahrsten Sinne des Wortes Gehör verschafft.

Fazit: Keine Frage, Autodafeh stehen immer noch für elektronische Musik für den Körper und für den Geist. Ausgestattet mit offenem Visier kommen 2015 einige neue Klänge zum Einsatz. Nicht so hart wie andere EBM-Acts, aber besonders ab Mitte des Albums überzeugt die Formation mit bekannt gutem Gespür für Rhythmik, gepaart mit souveränem Songwriting und sehr stimmungsvolle Momenten.

Wertung: 7.5 von 10 Punkten (7.5/10)

Digital Citizens Release Infos

Interpret: Autodafeh
Label: Scanner (Broken Silence)
Release: 27.03.2015
Stil: EBM/Electro

Tracklisting:
1. Game Of Life
2. Feeding The Flames
3. Conflict
4. Digital Citizens
5. Legacy
6. Fatamorgana
7. No Future
8. Information Society
9. No Shuffle
10. Ready To Go
11. High On Pain
12. Carpe Diem
13. Set Me Free



 
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