Review: Neuropa – Frontiers

Neuropa - FrontiersSynthpop-Freunde aufgepasst: Nachdem die australische Formation Neuropa 2017 ein instrumentales Synthwave-Album einspielte, kehrt sie nun zu jenem Sound zurück, der die Bandgeschichte so prägte: lupenreiner, klassischer Synthpop mit teils packenden Melodien und sympathischen Vocals.

Neuropa – Frontiers

Ihre begrenzte Bekanntheit in Europa konnten die Australier seit der Gründung 1995 und acht Alben allerdings noch nicht überwinden. Am Können liegt dies sicher weniger, wie etwa das vorletzte Album Resistor mit Hits wie Midnight Sun eindrucksvoll nahelegte.

Gleichwohl, die Rückkehr zum traditionellen Synthpop stellt eine explizite Annäherung, aber keine Kopie des alten Stils von Neuropa dar. Die neuen Tracks sind viel kürzer und kompakter – sie kommen trotz ihrer immanenten Lockerheit schnell auf den Punkt, offenbaren Songidee und Struktur.

Synthpop-Crossover zwischen modern und retro

Frontiers macht es ihren Fans durchaus leicht: Alle neuen Nummern sind klar bis einfach strukturiert und sauber produziert. Sie bieten in ihrer lebhaften Verspieltheit ein Feeling, wie es beispielsweise Vince Clarke auf dem Erasure-Album Wonderland oder vorher mit Yazoo so spielerisch erschuf.

Auf Frontiers versprühen Neuropa eine vitale und temporeiche Dynamik. Auf dieser setzt der charmante, mitunter sogar helle Gesang Akzente (Forever) auf. Die Australier formen 2021 eingängigen elektronischen Pop, der gleichsam modern wie retro klingt.

Nach dem gefälligen Auftakt mit Silence und Voices treten die faszinierenden Highlights Submission, Strangeways und Love In Disguise hervor. Sie wirken trotz des optimistischen Klangs dramatischer, überzeugen durch ihr intelligentes Songwriting.

Flirt mit kultigen Acts der 80er Jahre

In ihrem Drive strahlen die besten Songs von Frontiers eine kontrastierende Kühle aus. Jene Kühle, die Synthpop-Pioniere vom Schlage Human League in den 80ern zelebrierten. Klingt nicht nur kultig, ist es auch und macht Laune.

Wer zudem bei Senses genau hinhört, erkannt sogar den rhythmischen Aufgriff von New Life (Depeche Mode). Dezent natürlich, nie zu nahe am Original und doch erkennbar inspiriert.

Beschwingte Nummern mit einem gewissen naiven Charme (Inside Out, On Your Own) runden das Album gelungen ab, bevor Frontiers mit der einzigen Ballade Father stimmungsvoll endet. Dabei wird nochmals das mögliche Spektrum des stimmlichen Ausdrucks deutlich.

Fazit: Lupenreiner und gefällig inszenierter Synthpop mit teilweise starken Melodien. Mal verspielt und an Vince Clarke gemahnend, dann wieder dynamisch vorgetragen. Neuropa tut die Rückkehr zu ihren klassischen Trademarks in leicht modifizierter Form hörbar gut. Zweifelsohne bietet Frontiers in seinem kompakten Vortrag einige der stärksten Songs von Albert Martinez und Jason Last überhaupt.

Wertung: 8.0 von 10 Punkten (8/10)

Frontiers Release Infos

Interpret: Neuropa
Release: August 2021
Label: Eigenrelease
Stil: Synthpop

Tracklisting:
01. Silence 03:08
02. Voices 03:33
03. Submission 04:24
04. Senses 03:28
05. Strangeways 03:21
06. Love in Disguise 03:34
07. On Your Own 03:06
08. Inside Out 03:00
09. Father 03:30



 
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