Review: Vision Talk – Elevation

vision talk - elevationMit Elevation liegt der zweite Fulltimeplayer der vierköpfigen Synthiepop-Formation Vision Talk aus dem Hause Space Sound Records vor. Auffällig, dass in letzter Zeit entgegen des Trends der letzten Jahre doch vermehrt Synthiepopalben das Tageslicht erblicken.

Typisch schwedischer Synthiepop zu Beginn

Der Opener Confession und das Titelstück Elevation überzeugen zum Auftakt gleich mit eingängigen Melodiebögen, flotten Soundspielereien und einem Gesang, der bei längerem Hinhören durchaus an einige neue Stücke von Boytronic erinnert.

Musik, die Aktivität versprüht und gute Laune hervorbringt, ohne dabei gekünstelt happy zu wirken. Das Songwriting wirkt sehr souverän und man merkt der Band den Spaß bei den Stücken wirklich an, was weniger verwundert, ist Schweden doch eines der Heimatländer für Synthieklänge schlechthin.

Vision Talk variieren bei Stil und Gesang

Nova überrascht den Hörer anschließend: Obwohl klangmäßig auf dem festen Boden des Synthiepops, erscheint der Gesang ungewohnt rockig und gibt dem Song eine gleichermaßen mainstreamige wie unerwartete Note.

Gegen Mitte des Albums klingen die Songs zwar schwungvoll aber auch recht konturlos. Besonders die mit Frauenstimme vorgetragenen Songs sind zu brav (Ögonblick), ein Risiko, was bei sehr melodischen Veröffentlichungen häufig mitschwingt.

Richtig verspielt kommt wiederum Värld 2.0 daher. Dem Titel gelingt es verblüffenderweise, sowohl Italo-Disco Elemente zu bieten, als auch ein bisschen Stimmung Marke Mr. Jones Machine zu verbreiten.

Retrodancefloor?

Who Will Be The First Man On The Moon? verabschiedet den Hörer zum Schluß mit Sprachsamples, die vor Charme nur so sprühen und einem Sound, der an den Übergang von Synthiepop zu Eurodance Anfang der 90er erinnert.

Darf man sowas ‘Retrodancefloor’ nennen? Auf jeden Fall ein Stück, das man einlegen sollte, wenn man beim engeren Freundeskreis, der sich so gar nicht für Musik abseits der Charts interessiert, ausnahmsweise mal punkten will, ohne dabei den Spaß zu verlieren.

Frischer wie gleichermaßen glatter Synthiepop

Das Album wirkt trotz ein paar Schwächen im Mittelteil insgesamt sehr homogen, zeigt sich druckvoll produziert und zielt sicher auf ein musikalisch sehr gemäßigtes Publikum ab, das mal wieder tanzbare und melodische Töne hören will.

Ein Tipp für Freunde von Elegant Machinery, 80er Erinnerungen im Allgemeinen und guter Laune im Besonderen. Gelungene Scheibe mit Steigerungspotential.

Wertung: 6 von 10 Punkten (6/10)



 
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