Review: Nothing To Fear – ‘Prepared Lies’

nothing_to_fear_prepares_liesNothing To Fear – nicht nur ein Instrumental des 82er Depeche Mode Albums A Broken Frame, sondern auch der Name einer jungen Electropop-Formation aus Luckenwalde. Mit dem im März 2011 veröffentlichten Album Prepared Lies sollen neue und vor allem abwechslungsreiche Wege beschritten werden.

Nothing To Fear – Prepared Lies

Der beiliegende Bogen zur CD stimmt zunächst positiv ein: Klare Informationen und musikalischer Anspruch, aber keine Marketingorgie über einen der unzähligen ‘garantierten Szeneüberflieger’, die natürlich alle die Musik neu erfinden.

Aufhorchen lässt der gezogene Vergleich zu Second Voice. Jener Band, die Anfang der 90er sowohl einfachsten Pop als auch knallige Wildwest-EBM (Cover Me!) locker aus dem Ärmel schüttelte. Leider setzte man diesen Weg nie fort, die beliebte Band geriet in Vergessenheit.

Nothing To Fear verankern Synthiepop in der Gegenwart

Stimmig, griffig und modern – so der erste oberflächliche Eindruck von Prepared Lies. Das annoncierte Konzeptwerk von Nothing To Fear betont electrolastige Produktion und klassische Synthiepop-Gesangslinien gleichermaßen. Wer sich beizeiten an eine aktuelle Variante von Cetu Javu oder Beborn Beton erinnert fühlt, der hört vermutlich nicht falsch. Auch wenn solche Vergleiche das Eigene einer Band natürlich etwas in den Hintergrund drängen.

Prepare A Lie, die Eröffnung des Albums, greift genretypischen Pathos auf, fesselt den Hörer mit einer schmissigen Melodie und gekonnten Soundwallungen. Durchaus ein Tribut an die 80er Variante elektronischer Popmusik. Hat da grad etwa ein New Waver gezuckt?

Ein rhythmischer Trip mit Anspruch

Viele Songs, die durch den Electrowolf gezogen werden, klingen häufig sehr ähnlich. Diese Kritik geht bei Nothing to Fear meist ins Leere. Modern heißt hier druckvoll, zu offensichtliche ‘Bumm Bumm-‘ Klischees vermeidet man.

So leben die härteren Tracks wie In The Lines oder Naiv Puppets von ihrer Tanzbarkeit und den gut produzierten Bässen. Aber ebenso durch spannungsgeladene Vocals mit teils überraschender Melodieführung. Jemand zuppelt, zerrt und rüttelt am Ärmel und deutet Richtung Dancefloor. OK – überzeugt.

Der bereits gezogene Vergleich zu Second Voice greift vor allem bei diesen Nummern. Die Tonfarbe des Sänger macht´s. Das Satte in der Stimme – ein Pluspunkt auf Prepared Lies.

Zwischen Aha-Erlebnis und solider Kost

Neben den raueren Highlights tummeln sich vor allem im Mittelteil und zum Schluss der CD einige glatte Tracks. Nett zu hören und durchweg gut gemacht, aber mit etwas zu wenig Widerhaken. Klingt fast so, als wäre dies der sichere Teil des Albums. Oneness deutet in Strophe viel an, wirkt aber im Refrain bieder, gewohnte Formen nachzeichnend.

Balladenfans schätzen sicher die weiche Kontur von Forthcoming Danger. The Road We Went tönt hingegen nüchtern-monoton und erinnert daran, wie belebend subtile EBM-Einschübe wirken können. Eine Nummer, die mit verzögertem Eintreten der Wirkung einen gewissen Sog entfacht.

Images Of Aggression vertont eine ebenso harte wie kalte Schulter: Eher trocken im Charakter und gespickt mit bissigen Samples, packt der Track eisern zu, rundet die Härte allerdings mit Melodie elegant ab. Neben den erwähnten Tracks Prepare A Lie und In The Lines ein vielgestaltiges Zeugnis der Fähigkeiten von Nothing To Fear.

Mal schauen, wohin der Weg der Band geht. Wie sagt man so schön nüchtern in der neuen Facebook-Welt? Gefällt mir.

Wertung: 7.5 von 10 Punkten (7.5/10)

Prepared Lies Release Infos

Interpret: Nothing To Fear
Label: Mpm-agentur-hamburg
Release: 19.03.2011
Stil: Synthpop/Electro

Tracklisting:
1. prepare a lie 03:38
2. in the lines 04:39
3. prevent 05:02
4. naiv puppets 04:30
5. images of aggression 04:24
6. believe and disagree 03:39
7. oneness 04:47
8. forthcoming danger 05:06
9. the road we went 04:25
10. tempting order 03:54
11. insensible sinner 04:22
12. HYE 03:32



 
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