Review: No Sleep By The Machine – ‘1’

no_sleep_by_the_machine_1Drei unterschiedliche EPs, die jeweils eine spezielle Facette des bandeigenen Sounds beleuchten, das ist der Plan der schwedischen No Sleep By The Machine. 1 betitelt sich konsequent die eröffnende, aktuelle EP. Sie schafft ebenso stringenten wie subtil-elektronischen Kaltklang.

No Sleep By The Machine – 1

No Sleep By the Machine kennzeichnet ein für schwedische Electronic Body Music Bands ungewöhnlich “belgisches” Soundbild. Die Aggressivität der Tracks lauert hinter minimalen und kühlen Strukturen, nicht so direkt wie bei vielen Kollegen. Sucht man Vergleiche, so fallen schnell Namen wie Absolute Body Control, Vomito Negro oder gar The Klinik. No Sleep By The Machine schaffen ein Feeling, dass einige Cold Wave Projekte der 80er Jahre in ähnlicher Weise provozierten.

Schon das Debüt Close zeigte, dass diese Mischung trotz gedrosselter frontaler Ausrichtung greift. 1 setzt dies fort und betont den maschinell-rhythmischen Aspekt der Band.

Differenzierte und dosierte maschinelle Wucht

Eine dunkle, verfallene Halle, hier und da flackern kurz ein paar grelle Lichter auf und erhellen schlagartig die scheinbare Weite; begrenzt nur von emporragenden Geräten. Dann rattern die Maschinen los, perfekt synchronisiert und mit einer gewissen selbstgefälligen Gnadenlosigkeit. Wer steuert hier was?

Schnell weicht der Lärm einem strukturierenden Klang, ein Sinn inmitten der düsteren Szenerie. Kurze, energische Parolen hallen durch den Raum und anstelle der schlagartig vergangenen Leere dominiert die Musik des Industriezeitalters. No Sleep By The Maschine machen ihren Namen alle Ehre.

Der Opener Illuminate demaskiert sich als kämpferischer Body-Track, der seine Industrialwurzeln nicht verleugnet. Bestechend die treibenden und mitunter verschachtelten Drums, der Motor dieses Outputs.

Noch reduzierter und mit einer leicht militärischen Note versehen schlägt Through The Clouds in die gleiche Kerbe. Die Band verzichtet aber überbordende Aggressivität und überdrehte Effekte.

Humanity strahlt für die Verhältnisse der Schweden fast so etwas wie gute Laune und eine gewisse Beschwingtheit aus. Variantenreiche und treibende Drums vereinen sich mit kurzen, zackigen Sequenzen zu einem Bastard, der Bewegung fordert – ausgestattet mit einer habituellen Souveränität.

Mit Possessiveness endet die EP in einem schleppenden und bedrückenden Song. Die erzählenden Vocals erinnern – wie die ganze Nummer – an gute The Klinik Stücke. Monotonie als dramaturgisches Element, das den Hörer in seiner Redundanz bindet und mit kleinen Änderungen mitnimmt – ob er will oder nicht.

No Sleep By The Machine – Newcomer mit einer klaren Idee

Die Band erkundet ihr Soundpotential langsam, aber gründlich. Sie lotet jede Ecke, jeden Winkel ihrer sparsamen Idee aus: rhythmisch, mit kontrolliertem Adrenalin und dosiert-giftigen Sequenzen vertont. Eine extrem tanzbare und energische Kälte, die so überzeugend wirkt, weil sie auf oberflächliche Clubkonventionen pfeift. Macht Laue auf die folgenden Teile.

Wertung: 8.5 von 10 Punkten (8.5/10)

1 Release Infos

Interpret: No Sleep By The Machine
Label:EmuBands
Release:10.10.2011
Stil: EBM

Tracklisting:
1. Illuminate 5:48
2. Through The Clouds 2:36
3. Humanity 4:26
4. Possessiveness 4:02



 
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