Review: White Trash Wankers – ‘Trash From The Crypt’

White Trash Wankers Cover 2016Eine Riesensauerei veranstalten die White Trash Wankers auf ihrer zweiten Reise ins Abwegige namens Trash From The Crypt. Und die akustische Faszination des Perversen ebnet sich aus dem Degenerierten heraus ihren erregenden Weg, Pervotronics nennen die Jungs ihren Pfad nach unten. Was lässt sich darüber schreiben, ohne Gefahr zu laufen, in den Hinterwald verschleppt zu werden?

White Trash Wankers – Trash From The Crypt

Als No School EBM starteten sie unlängst – die White Trash Wankers zimmern seit ihrem Start einen Sound zusammen, der sich nicht scheut, EBM mit Psychobilly und Punk zu verbinden.

Dadurch wurde etwas Eigenes erschaffen, was so verdammt launig nach absolutem Underground klingt, dass der kranke Unterton glatt als Habitus durchgeht.

Sollte es irgendwann mal wieder Partys geben, auf denen Alien Sex Fiend, Demented Are Go!, The Meteors, Pouppée Fabrikk, Skinny Puppy, Krewmen, DAF, NICHTS, Dead Kennedys und Verwandtes ganz selbstverständlich zu hören sind, dann passen die Jungs im permanenten Schleudermodus da mal so richtig rein.

Abseitige Impulse – Musik des Horrors

Während es textlich um das Kranke und Horrormäßige geht, schreibt die Musik den Soundtrack dazu. Denn neben den rhythmisch-abgehenden und “sicken” Tracks überraschen und überzeugen die Wankers mit Musik (Trash From The Crypt), welche zum Beispiel der Adams Family gut zum kantigen Gesicht gestanden hätte.

Die “Lobpreisung” der eigenen Familie (Tales From My Family) setzt diese narrative Linie fort, Hände weg von langweiligen Promibiographien, abseitige Lebensgeschichten rocken!

Dass die WTW große Demented Are Go! Fans sind, das ist bekannt. Und so passt die wirklich gelungene Coverversion One Sharp Knife wie die verrottete Hand aufs verfaulte Gesicht. Slicky Pete kann diese Voiceart einfach grandios.

Richtig mutig wagt man sich beim groovenden Sleeping Song an eine typische Psychobilly-Inszenierung eines Songs auf vorwiegend elektronischer Soundbasis. Das wird ganz sicher nicht jedem zusagen, aber verdammt, das ist ein cooler und vor allem eigener Ansatz.

Hier wird erneut klar, dass ist nicht nur was für EBM Fans, vielleicht muss man gar nicht aus dieser Richtung kommen, um Gefallen an diesen kuriosen Ergüssen zu finden. Abwischen nicht vergessen.

“Pervotronische” Kracher

Mehrere richtig fette Nummer zum elektronischen Gravedance zeugen auf der kuriosen Reise von der musikalischen Potenz des Duos, die sie manchmal offenbar ebenso lässig wie geübt auf dem Handgelenk schütteln.

Tromatized und 16 Corpses feiern nicht nur Splattermovies, sie tönen so verdammt kultig und launig, dass man nicht nur sich, sondern auch alle Umstehenden kräftig durchschütteln (und verschleppen) möchte. Nein – nur Spaß, niemand wird hier geschüttelt ….

Mit Cherry Cunt feiern die Retards anschließend ihre ewige Pubertät, wer dieses Tonejakulat erzürnt und empört zu ernst nimmt, sollte sich allerdings auf Humorfreiheit prüfen lassen. Oder die Scheibe einfach nicht hören.

Hinweis: Die enthaltenen Bonustracks bieten weitere Highlights, sollen aber noch verbogen bleiben und die Käufer überraschen bzw. belohnen. Nur so viel: Dabei ist eine verdammt gute Coverversion einer Kultnummer, an die sich Batmobile schon mal wagte. Die endgültige Tracklist wird also hier erst nach dem Release (100 Einheiten) auf dem Familientreffen XII enthüllt.

Fazit: Passend zum Sommer hauen die White Trash Wankers ihre zweite Pervotronics-Show heraus. Wer Vergnügen am Abseitigen und Abartigen findet und dazu eigenwillige Underground-Klänge mag, der oder die liegt hier komplett richtig. Ganz sicher das Wandeln auf einem Pfad, der eigen und für nicht wenige streitbar ist. Weniger vom Gleichen, mehr vom Degenerierten. Wer weiß, welche schrägen Typen sich hier als Hörerschaft zusammenfinden.

Wertung: 8.5 von 10 Punkten (8.5/10)

Release Infos

Interpret: White Trash Wankers
Label: Eigenrelease
Release: Juli 2016
Stil: EBM/Punk/Psychobilly – einfach richtig Underground

Tracklisting:
Folgt wie erwähnt nach Release



 
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