Review: Sea Of Sin – ‘Future Pulse’

Future Pulse CoverSea Of Sin – kennt die noch jemand? Denn seit ihrer ersten aktiven Phase ist viel, viel Zeit vergangen. Mitte der 90er Jahre bis zum Jahr 2000 konnte die Band einige Achtungserfolge im Synthpop-Genre verbuchen, bevor sie auf Tauchstation ging. An das “Damals” knüpft das neue Album Future Pulse fühlbar an. Die Formation greift ihre besten Titel auf und transportiert sie in die Gegenwart. Dazu kommt ein neuer Titel.

Sea Of Sin Comeback nach fast 20 Jahren

Bei dem Namen Sea Of Sin muss man wahrlich nicht viel über musikalische Einflüsse debattieren: Depeche Mode stand seinerzeit Pate und animierte viele Fans, selbst tätig zu werden.

Und durchaus mit Wirkung, denn Sea Of Sin wurden etwa im Jahre 1997 (EP Illuminate) von Camouflage Mitglied Heiko Maile produziert, bevor drei Jahre später der musikalische Output versiegte.

Dem aktuellen Comeback gingen gesteigerte Aktivitäten in jüngster Zeit voraus: Member Klaus fertigte in den letzten zwei Jahren z.B. Remixarbeiten für The New Division und Camouflage unter dem Pseudonym Chevy Baccole an.

Eine Initialzündung für mehr. Und dieses “Mehr” hört auf den Namen Future Pulse.

Sea Of Sin in der Gegenwart

Das neue Album bietet 10 Re-Edits alter Nummern und den neuen Track Star. Und wenn man zur ersten Orientierung Vergleiche ziehen möchte, dann sind neuere Camouflage und The New Division sicher erste Wahl.

Unheimlich konsistent im Vortag, liegen hier teils wunderschöne Synthpopsongs vor, die in den stärksten Momenten spürbar unter die Haut gehen und schon etwas nostalgische Wehmut auslösen (Deep inside, Truth).

Die Musiker sind für die Neueinspielungen ein bisschen weg vom puren bis reduzierten Synthsound gegangen, greifen jedoch in der Melodieführung all das auf, was man gelungenem Synthiepop zuschreibt.

Future Pulse klingt mitunter vielschichtig und recht organisch. Eine Tendenz, die z.B. auch die aktuellen Nummern von Marcus Meyn kennzeichnet. Durchdachte, oftmals klassische Synthlinien treffen auf einen vollen bis warmen Klang und etwas verschachtelte Rhythmen.

Das Tempo ist dabei gerne im Midtempobereich angesiedelt, selektiver Gitarreneinsatz komplettiert das stimmige Klangbild.

Über all dem liegt der schlichtweg ausdrucksstarke und souveräne Gesang. Er transportiert die sehr reifen Songideen, die schön und emotional zugleich nachwirken. Und das ohne großen Ausreißer, ein Vortag aus einem Guss.

Und natürlich drängt sich der geliebte frühe Depeche Mode Einfluss mitunter in der Vordergrund, etwa in Beyond Sadness. Weitere Anspieltipps: Afterworld, I Live My Life.

Neuer Song Star

Der neue Song Star fügt sich perfekt ein. Er bietet einen sehr variablen Gesang, welcher dem fast hymnischen Popsong viele Facetten entrückt. Dabei klingt diese Nummer lustigerweise älter als viele der neueingespielten Nummern, weil sie einen wirklich spürbaren (und ganz leicht kitschigen) 80s Popcharme vermittelt – und das ist bekanntlich völlig OK.

Genau wie das Album Future Pulse.

Fazit: Einfach rundum gelungen und stimmig: Sea Of Sin sind Synthpopfans und machen Musik für eben diese. Der Aufgriff ihre besten Stücke von damals weist einen organischen und reifen Charakter auf. Die Nummern umschließen den geneigten Hörer, der sich sich unweigerlich gerne in das Songwriting fallen lässt. Für Fans dieser Art Musik sicher ein Tipp.

Wertung: 8 von 10 Punkten (8/10)

Future Pulse Release Infos

Interpret: Sea Of Sin
Label: Eigenvertrieb
Release: April 2018
Stil: Synthpop

Tracklisting:

01. I Live My Life 04:24
02. Truth 03:43
03. Hold On To Your Dreams 04:30 1
04. Closer To Sin 03:42
05. Deep Inside 03:55
06. Ride The Sky 04:25
07. Star 04:08
08. Afterworld 04:13
09. Beyond Sadness 04:45
10. Last Day In Paradise 04:42
11. Strange Vibrations 03:15



 

Technik Angebote aus den aktuellen Bestsellern



(Anzeige)

"

Deine Meinung – antworte mit einem Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.