Review: Trilogy – ‘Someone Inside’

Cover: Someone InsideDo You really think there is someone inside? Mit dieser unheilvollen Frage eröffneten Trilogy ihre gleichnamige EP Anfang 2018. Eine spannende Veröffentlichung des Nachfolgers der legendären Trial, die ebenso bedrohlich wie kraftvoll einschlägt. Hochkarätige Remixe spendieren dem Titeltrack dann etwas ganz Besonderes.

Trilogy – Neustart und Erbe zugleich

Jens Müller (Vocals), Erick Miotke (Musik) und Chris „Léo“ Leonhardt (live Drums) formen Trilogy. Ein Projekt, das sich Erwartungen stellen muss, denn es markiert den Nachfolger der Band Trial, nachdem der damalige Sänger die Band verließ. Insofern spricht man gerne von der “Trial-Legacy”.

Sie begann 2013 mit der Combat Surfer EP: Wer Trilogy zudem bereits live sehen konnte, kennt die optisch und auch physisch markante Präsenz vom neuen Frontmann Jens , welche den Auftritten viel Power und Dynamik verleiht.

Someone Inside

Das Düstere der alten Trial markiert die Dark Electro Basis. Dazu kommt Struktur und eine neue Wucht, welche sich aus dem energischen Body-Music-Gedanken speist.

Konsequenterweise sind die Vocals dann auch nicht mehr so ultraverzerrt wie früher, obgleich die Distortion nach wie vor recht präsent ist. Beispielsweise beim Track I Speak To You.

Trilogy agieren insgesamt souverän an der Grenze zwischen Härte und jenen finsteren Arrangements, die im ausdifferenzierten Hintergrund der neuen Songs ihr Unwesen treiben.

Highlight ganz klar der nach vorne drängende und sehr rhythmische Titeltrack: Ein knapper, aber ebenso griffiger Refrain bringt die Nummer auf den Punkt.

Und doch tummelt sich gleichzeitig im “Gepäck” von Someone Inside viel Bedrohliches und Flirrendes. Ergo: Starke Nummer mit hohem Erkennungswert.

Gift schraubt das Tempo hoch und überrascht mit deutschsprachigen Vocals. Nicht voreilig gefällig konzipiert, braucht die Nummer ein paar Durchläufe, spielt dann aber ihre Eigenwilligkeit gut aus.

Pluspunkt Remixe

Die Auswahl der Remixer zeigt stets, wer gerade in der Szene aktiv ist und sich gerne (und hoffentlich kompetent) mit den Ergebnissen befreundeter Künstler auseinander setzt.

Immer ein Spagat zwischen eigenen Impulsen und dem Gefühl für die Intention des Originals.

Die Interpretationen überzeugen auf dieser EP komplett. So unterschiedlich die Remixideen auch ausfallen, sie haben alle ihre Relevanz. Keiner wirkt lieblos. Akalotz eröffnen etwa mit ihrem fast noisigen Arrangement von Someone Inside wirklich den Vorhof zur Hölle. Finster.

Zwei Extrempole fallen im Verlauf auf: NZ perfektionieren Someone Inside für Body Music Maniacs, so knochentrocken und perfekt zimmert der Titel sich seinen Weg in Mark und Bein. Die pumpenden Bassläufe von NZ sind derzeit einfach ein Klasse für sich – Perfektion Marke frühe NEP und Spetsnaz.

Den Gegenpol markiert der Remix von Tri-State. Hier wird Someone Inside eine Tiefe und eine Stimmung entlockt, die man durchaus als ungeahnt bezeichnen kann. Ein Dark Electro Trip bester Qualität. Verschroben, düster und unendlich faszinierend.

Fazit: Stimmungsvoll und energisch auf den Punkt gemacht. Someone Inside treibt an, hat berechtigtes Unbehagen im Gepäck und drängt zur Bewegung. Absolut hochwertige Remixe entlocken dem Titeltrack dann neue Ressourcen. Eine rundum gelungene EP des Trial Nachfolger Projektes.

Wertung: 8.5 von 10 Punkten (8.5/10)

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Someone Inside Release Infos

Interpret: Sea Of Sin
Label: Maxsoniq Recordings
Release: Februar 2018
Stil: EBM/Dark Electro

Tracklisting:

01. Someone Inside
02. Gift
03. I Speak To You
04. Someone Inside (Scheuber Remix)
05. Someone Inside (NZ Remix)
06. Someone Inside (Akalotz Remix)
07. Someone Inside (Tri-State Remix)
08. Someone Inside (Bathead Remix)
09. Someone Inside (Villaborghese Remix)
10. Someone Inside (Whiper Floor Remix)

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