Review: ManMindMachine – ‘Porcelain Eyes EP’

Cover: Porcelain Eyes EP2015 ins Leben gerufen, verbindet die dänische Formation ManMindMachine die Aspekte Kunst, Wissenschaft und Technologie. Ausschließlich auf Bandcamp liegt nun die kleine Porcelain Eyes EP vor. Sie huldigt Kraftwerk – und zwar in einer sehr ehrlichen und mehr als würdigen Form: Klang, Ausdruck und Songstruktur agieren gleichberechtigt.

ManMindMachine – Porcelain Eyes EP

Seit 2015 fabriziert die dänische Formation ManMindMachine Musik. Ihr Interesse an Kunst, Wissenschaft und Technologie findet dabei einen musikalischen Niederschlag, der gehobene Anspruch schwingt stets hörbar mit. Besonders die Point of Departure EP (2017) bewies, dass die Band druckvoll, melodisch sowie innovativ zugleich daherkommen kann.

Wie klappt das? ManMindMachine agieren nie zu eingängig, dennoch schaffen sie es, ihre Tracks gefällig bis spannend zu inszenieren. Praktisch bedienen sich die Künstler konsequent der immanenten Eleganz hochwertiger elektronischer Klänge. Beim Songwriting punktet die Formation hingegen mit Offenheit, denn die Dänen nutzen die große Breite der Ausdrucksmöglichkeiten von EBM und Synthpop. Je nach Ausrichtung steht eine treibende Struktur, das Spielerische oder Anmut im Vordergrund.

So verwundert es kaum, dass bereits etablierte Namen wie Leaether Strip oder Mirland als Remixer mitmachten. Hinter ManMindMachine stecken erfahrene Musiker, welche ihre Zuneigung zur elektronischen Klangerzeugung mit dem Mut paaren, Ideen aus passenden Subgenres einzubringen. Tradition und Wagnis im Zusammenspiel.

Kraftwerk Hommage auf höchstem Niveau

Auf der Porcelain Eyes EP – dem Festival Theme der EXPO:Robotics – würdigen die Musiker Kraftwerk. Nicht subtil, sondern explizit. Glasklar und präzise erklingt die erhabene Melodie, welche von überlegenen Sounds und perfekten Strukturen getragen wird. Der Song erzählt seine Geschichte über gesprochene Vocals, welche im Refrain überraschend an Schärfe gewinnen – die Nummer fährt ihre gepflegten Krallen aus. Der Tribut bekommt ein unerwartetes Extra; ein Experiment, welches gelingt.

Wer nicht genug von Porcelain Eyes bekommt, wird den Extended Abuse des Tracks schätzen, die Version spielt fast 12 Minuten lang. Sie spendet Raum für Ton und Wirkung. Abseits der Kraftwerk-Huldigung zeigt When Will I Be Human auf, dass ManMindMachine souverän auf dem scharfen Grat zwischen Synthpop, Electro und EBM tanzen können.

Selbst druckvolle Sounds verbergen nie die spezielle Anmut, welche den Tracks eigen ist. Der Klang ist mehr als Mittel zum Zweck: Er fungiert einerseits im Kontext des jeweiligen Tracks und steht dennoch für sich.

ManMindMachine abseits der aktuellen EP

Ein Ansatz, der übrigens abseits der hier besprochenen EP nicht selten an beste Zero Defects Momente gemahnt. Dafür sei an dieser Stelle bewusst der packende Track Prime Time TV von der Point Of Departure EP genannt.

Fazit: Eine kleine EP, ein simples Fazit: ManMindMachine huldigen Kraftwerk mehr als gekonnt. Klang, Ästhetik und Anspruch münden in einem ebenso eleganten wie zackigen Titeltrack. Er ist vollgepackt mit anmutig-präzisen Electrosounds klassischer Machart, deren Wirkung weit über die kurze Gefälligkeit hinausgeht. Die Band spielt damit in einer Liga mit Acts wie Metroland – und sie kann weitaus mehr …

Wertung: 8.5 von 10 Punkten (8.5/10)

Porcelain Eyes EP Release Infos

Interpret: ManMindMachine
Release: Dezember 2018
Plattform: Bandcamp
Stil: Electropop

Tracklisting:
1. Porcelain Eyes (Single Edit) 06:14
2. When Will I Be Human 05:53
3. Porcelain Eyes (Extended Abuse) 11:48



 
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