Review: Portion Control – Violently Alive

portion control - violently aliveDer Vorbote Addiction Rising macht deutlich: Portion Control sind weder in die Jahre, noch zum Kuscheln gekommen. Setzt das Album Violently Alive die energische Linie fort?

Portion Control: EBM meets Dancefloor auf Violently Alive

Die eben gestellte rhetorische Frage kann gleich mit einem lautem ‘Ja’ beantwortet werden.

Das Besondere an dem Album ist die spielerische Leichtigkeit und Souveränität, mit der Portion Control traditionelle Electronic Body Music fabrizieren und diese gleichzeitig mit Dance-Einflüssen verbinden.

Die Engländer kommen dabei gar nicht erst in die Nähe abgelutschter Trance- oder Düsterklänge, da die Danceelemente mit den – salopp formuliert – furztrockenen EBM-Sequenzen problemlos funktionieren.

Hier fließt Energie pur, rau und sparsam melodisch transportiert von Sänger John Whybrews, der ganz nebenbei zeigt, dass er zu DEN Stimmen schlechthin im EBM-Sektor zählt.

Portion Control entdecken die Stampfer

portion control promo iiViolently Alive enthält reihenweise Songs, die den ganzen Körper antreiben und ob des prägnanten Gesangs auch mental durschschlagen.

Addiction Rising, Relapse, das teils futuristische Rise, der pumpende Midtempo-Stomper Waste sowie das pushende Amnesia bieten Electronic Body Music in Perfektion.

Dabei zeigen sich mal spacige Synthiepopeinflüsse (Rise), dann warten Portion Control wieder mit den beliebten Vocal-Loops auf, die einigen Tracks einen dezent militanten Unterton verleihen und Front 242 Fans begeistern dürften.

Die Briten sind damit wieder sehr nah an ihrem ursprünglichen Idealbild eines Sounds, dass sie als hard rhythmic electronics beschreiben.

Bei Icon integrieren Portion Control hingegen aktuelle Electroeinflüsse, Highlight die geshoutete Aussage Icons, no more icons – I don´t belive In You!

Die andere Seite von Violently Alive

portion control promoAber Portion Control hatte auch immer eine experimentierfreudige Seite. Diese kommt auch auf Violently Alive nicht zu kurz: Düster und schleppend schält sich Skull Kid durch die Boxen und auch Guided By My Fear setzt auf dezente, stimmungsvolle Klänge. Nummern, die etwas Zeit benötigen.

Abgerundet wird das Album durch Soundcollagen mit geschickt gesetzten Samples und dissonanten Klängen (You Hold Me Down), die je nach persönlicher Orientierung sicherlich Geschmackssache sind.

Die Tracks auf Violently Alive sind klar strukturiert und bieten dennoch viele spielerische Facetten, die erst nach mehrmaligem Hören deutlich werden.

Fazit: Ein Highlight 2010

Wertung: 9 von 10 Punkten (9/10) Klangwelt Musiktipp



 
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1 thought on “Review: Portion Control – Violently Alive”

  1. shan_dark sagt:

    Ich habe mir das Album jetzt auch erst zugelegt und ich kann dem, was du schreibst nur zu 100% zustimmen. Energie, Abwechslung, Kick – alles drin in diesem Album. Ein Hammer!

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