Review: X Marks The Pedwalk – Inner Zone Journey

xmtp - inner zone journeyDer gute Ruf von X Marks The Pedwalk begründet sich nicht unwesentlich durch den EBM Kulttrack Abattoir. Mit dem futurepoppigen Facer schlug die Band Mitte der 90er dann eine ganz andere Richtung ein bis der Betrieb völlig eingestellt wurde.

Nach langer Pause folgt jetzt das Album Inner Zone Journey, dessen Vorabsingle Seventeen recht zwiegespalten aufgenommen wurde.

Inner Zone Journey entzieht sich der Vergangenheit

Ein erster Hördurchgang des neuen X Marks The Pedwalk Albums hinterlässt eher Fragen, als schnelle Antworten zu geben. Weder die differenzierte EBM-Linie der Frühzeit noch der Future-Pop Ansatz wird – mit Ausnahme der Single Seventeen – fortgeführt.

Mehrmaliges Hören zeigt dann, dass dies kein Nachteil sein muss: Klar hätte ich gerne eine Fortsetzung der famosen Frühwerke wie The Trap, Wipe No Tears oder Arbitrary Execution gehört, aber die Band beschreitet neue Pfade.

Inner Zone Journey vertont perfekt produzierte Stimmungen, spielt mit Chillout- und Ambienteinflüssen und integriert vertrackte IDM-Rhythmen.

XMTP bewegen sich in ihrem ganz eigenen Sounduniversum. Inner Zone Journey ist nicht nur der Titel, sondern scheinbar auch ein sehr persönliches, musikalisches Leitbild.

Fehlende Highlights?

Vom eingängigen Seventeen und dem gradlinigen und gleichermaßen hervorstechenden Runaway mal abgesehen, setzten XMTP eher auf Soundtrackqualitäten und warten nicht mit offensichtlichen Hits auf.

Nein, Nummern wie der Opener Lifeline versprühen ihre gedämpft bis verstörende Wirkung dosiert und nachhaltig.

Unerwartete Töne und Songs von XMTP

Im Laufe des Albums bewegt man sich oft dicht an der Schmerzgrenze zum Pop. Wer hat schon erwartet, dass sich eine Background-Sängerin durch die Songs (Obscure Reason, Winter Comes Tomorrow) schält und den vertrackten Soundspielereien eine ungewohnt mainstreamige Note verleiht?

Inner Zone Journey ist bis auf wenige Songs kein Werk für die Disco oder Anhänger leicht fassbarer Melodien. Daraus zu schließen, dass es schlecht wäre, nur weil es unerwartet klingt, ist falsch.

Vielleicht sollte man sich einfach mal mit auf die Reise nehmen lassen. Die Höhen und Tiefen kommen von selbst. Ein Werk für Neugierige und Tüftelfreaks, aber auch Trip-Hop Hörer (Satellite) dürften Zugang finden. Gelungen auch die Jean Michelle Jarre Reminiszenzen im verträumten Human Scientists und das szenische Distant Rain.

Einige musikalische Türen bleiben für mich gegen Ende der CD leider verschlossen, dennoch ist Inner Zone Journey ein durchaus spannendes und interessantes Werk, das sich vorschnellen Kategorisierungen schlichtweg entzieht.

Wertung: 7 von 10 Punkten (7/10)



 
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