Review: And One – ‘Zerstörer’

and one zerstörerZerstörer – die neue And One Single, der erste richtig neue Output seit geraumer Zeit und daher von Erwartungen extrem überladen. Der Titel klingt gefährlich, ist aber kein Grund, gleich auf Tauchstation zu gehen.

And One – Zerstörer

Volle Attacke suggeriert das Schlagwort Zerstörer. OK – bereit halten. Na gut, erster Eindruck: And One steht drauf; And One ist drin. Darauf kann man sich verlassen und so wird es freudige und ablehnende Meinungen geben. Andererseits: Wenn man And One Sound nicht hören will, warum dann etwas dieser Marke kaufen und sich dann darüber beschweren?

Genug philosophiert. Zerstörer tönt zunächst einmal eher monoton-rhythmisch als hart, die Machart mit den etablierten And One Sounds ähnelt etwas dem Tanz der Arroganz. Klarer Bass, wenig Flächen, Sprechgesang und ein extrem reduzierter Refrain oder besser – nur ein auf den Punkt gebrachter, knochentrockener Begriff: Zerstörer. Nicht so bedrohlich, wie ein durch das spähende Periskop entdeckter und nahender U-boot-Jäger, aber auch kein lahmender Fischkutter.

Auch wenn man zunächst den Aha-Effekt, das Durchschütteln im Refrain oder eine neuartige Linie vermisst, so sehr offenbart sich Zerstörer als funktional. Ein auf die Livedarbietung geeichter Song mit Lyrics, die – je nach Standpunkt – als witzig, giftig oder geschmacklos empfunden werden. Zerstörer taucht auf dem justierten Sonar in keinen Extremregionen auf, Lauscher empfangen aber ein typisches Statement der Band, das die Bürde trägt, nach 5 Jahren die erste richtige Single zu sein.

Wird sicher in einschlägigen Clubs einige Male rotieren, sei es im Original oder im vorliegenden Peine I.S.T. die Ansage 2011 Mix, passend zum dort angekündigten Konzert.

Ein Schuss Depeche Mode

Sex Drive dreht sich Naghavis Lieblingsthema, punktet aber konsequent mit melodiös überzeugendem und sehr tief intoniertem Synthiepop Marke Depeche Mode Ende der 80er. Fast die bessere Nummer, die einem potentiellen Skipfinger schnell den Riegel vorschiebt.

No Song For You untermalt eine Schleichfahrt, findet seine Freunde bei Balladenfans, könnte aber auch problemlos aus der Bodypop-Phase stammen . Ein Tribut an die ehemalige Route.

Drei Liveversionen (Mirror In Your Heart, The Secret & Military Fashion Show) komplettieren die EP und zeugen von der routinierten Liveperformance von And One. Mit Military Fashion Show erreicht der Silberling ein stimmungsvolles Highlight mit der impliziten Aussage: “Du kannst mich gefahrlos auf Depeche Mode Parties spielen”. Gerne.

Ein Schuss Rockabilly

Erfreulich, dass die Rockabilly Version von Military Fashion Show ebenfalls ertönt, eine extrem launige Version, die And One mühelos im genrefremden Stil vortragen.

Fazit: Zerstörer bereitet das kommende Album vor und manövriert musikalisch sowie textlich im bekannten And One Hoheitsgebiet. Keine Revolution, die will man von And One vermutlich auch gar nicht haben. Da das Album ja recht EBMig klingen soll, hofft man natürlich auf die ein oder andere wuchtigere Nummer, täte der Band durchaus gut – rein wellenschlagmäßig versteht sich.

Wertung: 7.5 von 10 Punkten (7.5/10)

Zerstörer Release Infos

Interpret: And One
Label: Out Of Line
Release: 22.01.2011
Stil: Synthiepop / Electropop

Tracklisting:
1 Zerstörer
2 Sex drive
3 No song for you
4 Mirror in your heart (Live 2010)
5 The Secret (Live 2010)
6 Military fashion show (Live 2010)
7 Military fashion show (Original version)
8 Zerstörer (Peine I.S.T. die Ansage 2011 Mix)



 
(Anzeige)

"

0 thoughts on “Review: And One – ‘Zerstörer’”

  1. Pingback: Ach And One, wft

Deine Meinung – antworte mit einem Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.