Review: The Flood – ‘In Love Or Dispair’

The Flood - In Love Or DispairThe Flood zählen zu jenen frischen Projekten, denen der künstlerische Ausdruck mehr bedeutet als reine Clubfunktionalität. Ihre erste EP ließ aufhorchen und seit dem Herbst 2013 stellt sich das Debütalbum in Love Or Dispair dem wavig zugewandten Publikum.

The Flood – In Love Or Dispair

Noch aus dem Oktober 2013 stammt das Debüt In Love Or Dispair von The Flood.

Dahinter steckt der Künstler Markus Hof, der nach seiner ersten, noch selbst vertriebenen EP Something In The Way Anfang 2013 von Danse Macabre gesignt wurde.

Unweigerlich trifft man jenen Vergleich, den das Projekt selbst vermutlich gar nicht mehr hören kann: die gesangliche Nähe zu Deine Lakaien.

Dennoch sind die stimmlichen Analogien explizit spür- und hörbar; die Nähe sollte dann kein Problem sein, wenn er The Flood nicht auf den Deine Lakaien Ansatz festschreibt.

Um es explizit zu schreiben: The Flood wirken im musikalischen Gesamtvortrag meist deutlich entspannter, betonen den Song an sich und schielen weniger auf das Konstrukt Kunst.

Dabei bedient man sich aller passenden Stilmittel aus dem alternativen Bereich, je nachdem, was die Idee eines Songs erfordert.

Qualität garantiert zudem die Co-Produktion von Manuel G. Richter, der schon bei Haujobb, Anne Clark oder Funker Vogt Hand anlegte.

Abwechslungsreiche Musik mit “wavigem” Charakter

Abseits der gesanglichen Deine Lakaien Verwandtschaft kennzeichnet die Musik durchaus ein anderer Charakter: Mal poppig-leichtfüßig oder rhythmisch ausgearbeitet, dann wieder bedächtig stehen die The Flood für tief gehende Melodien abseits “schwarzer Klischees”

Songs wie The Right Time wenden sich eher an anspruchsvolle Synthie Pop Fans als an notorische Düsterlinge.

Mit High Above kommen dann Wavefans auf ihre Kosten, The Flood bieten hier schlichtweg gut gemachte, düster-stimmungsvolle Popmusik, durchaus mit optimistischem Unterton.

Eine bisweilen unkonventionelle und doch stets stimmige Melodieführung entpuppt neben der prägnanten Stimme und dem dosierten Gitarreneinsatz als zentrales Merkmal von The Flood.

Der Mittelteil kommt etwas bedächtiger daher, verzichtet aber zunächst nicht auf eine ausgearbeitete Rhythmik (Tell A Lie, Be Like This).

Erst Sunset, Eyes To Down und Sunrise läuten die balladeske und mit experimentellen Passagen gespickten Phase des Albums ein.

Sie wirken allerdings nicht so intensiv nach, wie der fulminante Auftakt von In Love Or Dispair.

Die vielen Facetten (Miss You) fordern manchmal ihren Tribut. Nicht jeder Track zündet sofort und dies wohl auch gar nicht die alleinige Intention des Künstlers, sodass The Flood durchaus Geduld vom Hörer einfordert.

Songs der ersten The Flood EP in neuem Gewand

Die bekannten Songs der ersten EP finden sich ebenfalls auf dem The Flood Debüt. Sie wurden nochmals überarbeitet und gewinnen mitunter nochmals an Qualität.

Sei in Form des unter die Haut gehenden Never Wanted oder des dramaturgisch perfekt inszenierten Show Them – das Highlight des rundum gelungenen, anspruchsvollen Albums.

Fazit: Insgesamt bietet In Love Or Dispair eine spielerische und kompetent gestaltete Reise durch den weiten Bereich der sogenannten Schwarzen Szene und sogar darüber hinaus.

Man spürt, dass hier ein Künstler und nicht ein liebloser 08/15 Clubclown am Werk ist. The Flood wird den Status “Newcomer” sicher bald hinter sich lassen.

Wertung: 7.5 von 10 Punkten (7.5/10)

In Love Or Dispair Release Infos

Interpret: The Flood
Label: Danse Macabre (Alive)
Release: 18.10.2013
Stil: Dark Wave / Electropop

Tracklisting:

  1. Outpost 1:01
  2. The Right Time 6:06
  3. Never Wanted 4:13
  4. High Above 3:42
  5. Be Like This 5:12
  6. Tell A Lie 4:48
  7. Sunrise 1:39
  8. Eyes To Drown 2:40
  9. Sunset 1:28
  10. Don’t Miss You 4:30
  11. Second Guest 4:38
  12. Backin 1989 6:13
  13. Show Them 4:28
  14. Don’t Speak So Loud 2:55


 
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