Eigenwillige Musik in Spielen entdecken

Originelle Musik entdeckenWenn man keine Lust auf 08/15-Klänge hatte, dann halfen früher mutige Radiosendungen, gut informierte Freunde oder eben liebevolle Szenezeitschriften weiter. All das existiert heute in deutlich größerer Form, doch man sollte die Bedeutung von Spielen beim Kennenlernen neuer Musik seit den 80er Jahren nicht unterschätzen. Eigenwillige Musik wird als Begleitung im Gameplay vermittelt und dabei oftmals positiv verankert.

Computerspiele als Triebfeder

Es ging schon in den 80er Jahren los, dass – obwohl technisch noch begrenzt – spielbegleitende Lieder für C-64 oder den Amiga ganz neue Akzente setzten. Bis zum heutigen Tage werden beispielsweise The Last Ninja Elemente gerne in neuen Tracks verarbeitet. Spiel und Musik waren neu, elektronisch und faszinierend.

Protagonisten wie Chris Hülsbeck oder Rob Hubbard lieferten kleine Meisterwerke ab, die man sich immer wieder anhörte. Manchmal sogar länger als das eigentliche Spiel selbst zum Zocken animierte. Ihr Ansatz wirkte sich positiv auf die Bereitschaft aus, Neues zuzulassen und zu entdecken.

Ein Teil der Etablierung elektronischer Musik geht sicher auf das Aufkommen von Computerspielen zurück, denn sie änderten Hörgewohnheiten und vermittelten beim Spielen neue akustische Erfahrungen.

PC-Soundtracks in den 90er Jahren

Mit dem technischen Fortschritt lagen vielen PC- und Konsolenspielen dann in den 90er Jahren eigene Soundtracks bei, denn nun konnte CD-Musik in Echtzeit als Untermalung fungieren. Die Nummern waren teilweise auch eigens erhältlich – ganz analog zu den etablierten Kinofilmsoundtracks.

Während das Radioprogramm oftmals immer eintöniger wirkte (siehe das Absetzen der FFN Grenzwellen Mitte der 90er Jahre), ging man bei nicht wenigen Games mutige Wege. Genau das brachte offenen Menschen neue Bands nahe.

Cobalt 60 waren beispielsweise Teil der Command & Conquer Serie. Und wer seinerzeit das fesselnde Decent 2 spielte, bekam einen Soundtrack mitgeliefert, auf dem etwa auch Skinny Puppy virtuos musizierten.

Jedes ambitionierte Spiel bringt bis zum heutigen Tage Songs mit sich, welche die eigenwillige Spielatmosphäre verstärken und genau das ebnet immer wieder den Weg für charakterstarke Bands.

Browsergames und neue Spielplattformen

Dieses Jahrtausend erstarkte das Word Wide Web und damit Youtube, Facebook und das Internet-Radio. Es wurde leichter, neue Bands kennen zu lernen und alles differenzierte bis ins Kleinste aus.

Fluch und Segen zugleich, schnell verliert man den Überblick. Und auch die Gattungen wurden immer spezieller und kleiner. Gleichzeitig tummeln sich die Menschen seit längerem in Gaming-Gemeinschaften, sie spielen neben den grafisch immer imposanter auftrumpfenden Spielen gerne Browsergames oder versuchen ihr Glück im online Echtgeld Casino.

Bei den Soundtracks für Browsergames setzten Front Line Assembly unlängst Maßstäbe, denn aus dem Auftrag, für AirMech passende Tracks zu komponieren, entwickelte sich gleich ein ganzes, spannendes Album. Nicht wenige jüngere Fans der Kultband haben FLA genau dadurch kennengelernt.

Und da sich in den Communitys und Plattformen wie Steam fleißig unterhalten wird, folgt solchen musikalischen Beiträgen oftmals viel Feedback.

Untermalung beim Streaming – Beispiel Twitch

Derweil setzt sich hierzulande Twitch durch, sicher auch durch die Verzahnung mit dem Riesen Amazon. Die Streaming-Plattform bietet allen die Möglichkeit, aktuelle Toptitel wie PlayerUnknown’s Battlegrounds zu sehen. Und zwar “in Action”, wenn die besten Zocker ihr Können live zeigen.

Manche von ihnen erlauben ihren Followern im Chat, Musik zu requesten – Andere wählen passende Musik ganz bewusst aus. Und hier ist sie wieder: Die Chance, ungewöhnliche Lieder kennen zu lernen.

Exemplarisch sei an dieser Stelle der Kanal von DoctorDreist genannt. Dieser zockt gerne Survival Games und dabei vor allem dayZ. Neben selektiven Hip-Hop-Nummern kennzeichnet den dreisten Doc ein unglaubliches Gespür für monumentale Soundtracks und düstere Dark Country Nummern. Immer passend zum Endzeit-Zombie-Game.

Ganz bewusst spielt er passende Klänge als Hintergrundbegleitung zu nervenaufreibenden Spielsituation ein. Dabei sind nicht nur die Stars der Szene wie Hans Zimmer (Inception Soundtrack), sondern auch nicht so bekannte Komponisten. So wird beim Spielen Eigenwilliges vermittelt. Kein offizieller Soundtrack zu einem Spiel, sondern eine bewusste Stimmungsauswahl, die umso intensiver wirkt.

Die Formen ändern sich stetig, doch der positive Nebeneffekt der Spiele, nämlich originelle Musik anzubieten, bleibt.



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