Review: No Sleep By The Machine – ’14’

No Sleep By The Machine – 14Anfang dieses Jahrzehnts tobten sich No Sleep By The Machine richtig aus: Zahlreiche Releases und intensive Liveshows mit irrem Blick sorgten dafür, dass die Band zum gar nicht mehr so geheimen Tipp für Fans von The Klinik oder Skinny Puppy avancierte. Sechs Jahre nach dem letzten Album schreibt das Duo mit der EP 14 ein neues Kapitel seiner Geschichte.

No Sleep By The Machine – 14

Vier neue Tracks bilden das Fundament der NSBTM Rückkehr. Einerseits setzen die neuen Nummern den ursprünglichen Ansatz fort: Die elektronischen Titel strahlen eine intensive klaustrophobische Härte aus, die nur wenige Bands derart fokussiert umsetzen.

Man findet sich als Hörer inmitten eines großen dunklen Fabrikraums wieder, aus dessen Winkeln die gepeinigten Reaktionen eines rostigen Schlagwerks herüberschallen. Und zwar ziemlich unerbittlich.

Doch es hat sich etwas geändert: Die Vocals wirken klarer und voluminöser. Sie füllen die auffällig dynamischen Titel mit Leben – eine wütende Vitalität durchdringt den Raum.

Inmitten der ruppig-analogen Drums sorgen zischende und ratternde Sounds sowie fiese Samples für die ebenso wohlige wie bedrohliche Untermalung. Die Aussage “No Fear in Your Future” qualifiziert im dezent atonalen Border den Kontext.

Evolvierende Industrialmusik

No Sleep by The Machine beschreiten den schmalen Grat zwischen Konstruktion und Dekonstruktion. Mehr noch: Beim Highlight Hub evolviert aus dem wütend-experimentellen Vortrag ein episches Momentum – Flächen und Tiefgang begleiten die Nummer zu neuen Ufern, ihre Wirkung ändert sich gravierend und doch irgendwie logisch.

Gebt Euren Nummern eine Gestalt und die Hörer werden sie wahrnehmen, das haben No Sleep By The Machine verstanden. Sie zeigen es früh beim Opener Cross, der vor temperamentvollen Wendungen und unerwarteten Sounds nur so strotzt. Er fordert auf, ihn mehrmals zu hören, um sich zu orientieren.

Shore eint abschließend den Klang der legendären Vorbilder mit der rauen Gegenwart, gießt die immanente Komplexität in klare Strukturen, explizite Vocals und eine kurze Spielzeit.

Fazit: 14 macht ziemlich ruppig deutlich, warum man No Sleep By The Machine vermisst hat. Das derbe, ursprüngliche Industrial-Feeling der EBM- & Industrialszene greift das Duo mit klarer Stimmlage und selektiv ausufernden Fragmenten auf. Eine raue EP, die Lust auf weitere musikalische Kanten macht – und diese werden folgen.

Wertung: 8.5 von 10 Punkten (8.5/10)

14 Release Infos

Interpret: NO Sleep By The Machine
Release: Juni 2019
Bezug: Derzeit liegt 14 nur digital vor – beispielsweise auf Bandcamp
Stil: EBM/Industrial

Tracklisting:
1. Cross 04:27
2. Hub 02:21
3. Border 03:58
4. Shore 02:02



 
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