Musiker träumen auf YouTube von der großen Karriere

Artikelgrafik: Musiker und die Vermarktung via YouTubeLängst hat sich der Musikmarkt gewaltig geändert. Die großen Labels kämpfen an allen Fronten um ihr Überleben. Nicht nur die illegalen Downloads erschweren das Geschäft, sondern auch die Selbstvermarktung vieler Künstler. Nach wie vor erklärten in einer repräsentativen Studie 28 Prozent aller Nutzer, weiterhin illegal Musik per Download zu beziehen. Wobei der legale Streaming-Markt das Nutzerverhalten teilweise auch zum Positiven veränderte.

YouTube als Chance oder als Konkurrenz für Labels?

Für die meisten kleinen und großen Labels ist aber die Selbstvermarktung vieler Künstler ein Segen und Fluch zugleich. Der Fluch für die Labels beginnt da, wo etablierte Künstler ihre Verträge kündigen und sich fortan nur noch selbst vermarkten. Segen aber zugleich, da viele Independent- und Nachwuchskünstler den Weg ins Netz suchen und ihre musikalischen Ambitionen und Werke auf Streaming Plattformen der Öffentlichkeit zugänglich machen. Meistens über YouTube. Plattenfirmen finden auf diesem Wege leichter Nachwuchskünstler.

Immer mehr Musiker und Künstler präsentieren sich auf der großen Streaming Plattform. Gerade Einsteiger finden hier ein Medium, um ihre Fans zu erreichen und vielleicht auch den Weg zur großen Karriere. Auf YouTube ersetzt ein Algorithmus das Plattenlabel.

Algorithmus für den Erfolg

Sänger, die sich auf YouTube präsentieren, haben ein uneingeschränktes Mitspracherecht in ihren künstlerischen Entscheidungsprozessen. Der Algorithmus ersetzt also das Plattenlabel. Beispiele dafür gibt es viele. Da ist der Sänger Jacob Collier, der seine Songs im Schlafzimmer aufnahm und sich nun über Millionen von Klick freut. Oder Lindsey Stirling, die sich über YouTube mit ihrer Elektrogeige ein Imperium aufbaute und mehr als 13 Millionen Fans hat.

Es geht aber auch kleiner, wie die quirlige Künstlerin Karline aus England beweist. Mit ihrer Stimme erreicht sie über 200.000 Abonnenten und täglich werden es mehr. Oder die ambitionierte Sängerin Eurielle, die auf fast 140.000 Abonnenten kommt und nach einer kurzen Durststrecke nun auch für internationale Auftritte gebucht wird. YouTube scheint damit ein Weg zu sein, der Sänger erfolgreich machen kann.

Maßgeblich ist natürlich auch hier das richtige Rüstwerkzeug – und das ist bei einem Sänger zunächst die Stimme und künstlerische Darbietung. Dass es bei der Karriere über YouTube keine Grenzen gibt, beweisen auch die internationalen Stars. Billie Eilish wurde bei der 35 Jahre MTV Video Music Awards Show gleich mehrfach ausgezeichnet (Beste Newcomerin, Bester Schnitt). Auch andere Künstler schafften es über die Streaming-Plattformen. Ohne YouTube würde es Justin Bieber nicht geben, Susan Boyle schaffte es mit I Dreamed a Dream zum meist abgerufenen Video auf der Plattform.

Kein einfacher Weg

Betrachtet man all die Stars und Sternchen auf den Streaming-Plattformen, erscheint es manchmal so einfach. Das Gesicht wird in die Kamera gehalten, die Show beginnt und die Abonnenten und Fans klicken, das Geld rieselt nur so auf das Konto. Doch ganz so einfach ist das nicht.

Die Selbstvermarktung ohne Plattenlabel ist für viele unbekannte Künstler oft der einzige Weg, um auf sich aufmerksam zu machen. Das bedeutet aber harte Arbeit und die User erwarten hohe Qualität. Nicht nur bei der Stimme, sondern auch bei der visuellen Darstellung.

Die charmante Lauren Walker, bekannt als Eurielle, hatte einen schweren Weg in den letzten Jahren zu gehen. Die Nachfrage nach ihren Songs war groß, doch am Ende blieb nur wenig Geld in der eigenen Kasse. Die Produktionen wurden aufwendiger und teurer – nur nach und nach kamen neue Fans hinzu. Doch dann schaffte es Lauren, auch international auf Aufmerksamkeit zu stoßen.

So wie ihr ergeht es vielen jungen Künstlern im Netz, die den harten Weg ohne Label gehen (müssen). Für viele bleibt es aber einfach nur bei einem Traum.



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