Review: tear!down – Sparks EP

Sparks! EP CoverNew und Dark Wave Klassiker im Gewand des Dark Electros. Dieser Aufgabe stellen sich tear!down auf ihrer unlängst veröffentlichten Sparks EP. Das Projekt hat sich an die ganz großen Klassiker gewagt – und liefert dabei einen gewagten Ritt zwischen Tribut und Eigeninput.

tear!down – Sparks EP

The Cure, The Human League und John Foxx liefern auf der neuen tear!down EP Sparks die Vorgaben. Und was für welche: Lullaby, Being Boiled und Underpass stellen ja nicht irgendwelche Tracks dar, es sind Nummern, welche prototypisch für das prägende Jahrzehnt des New Wave und zudem für die jeweiligen Bands stehen – Klassiker für die Ewigkeit.

Einerseits begünstigen derart etablierte Tracks natürlich Aufmerksamkeit, wenn sie gecovert werden. Andererseits klingen Originale derart gut, dass man beim musikalischen Aufgriff eigentlich nur verlieren kann.

Hardcorefans der gecoverten Bands neigen zudem bisweilen dazu, jeden Aufgriff als Frevel zu deuten und dementsprechend scharfzüngig zu reagieren. tear!down wissen das und widmen sich der Aufgabe mit dem nötigen Respekt.

New Wave Klassiker im neuen, düsteren Gewand

Besonders Lullaby überzeugt: Tiefgründige Wisperstimmen und stimmungsvolle Flächen leiten die mit vergleichsweise wenig Distortion vorgetragene Coverversion ein. Ein dunkler Mantel umschließt das Wiegenlied, er fängt die dämmernde Stimmung ein, verleiht Ihr einen keine Dosis Extrafinsternis.

Jeder Sound sitzt, die Auswahl passender Klänge sowie die gelungene Dramaturgie legen das Fundament der sensiblen Interpretation, welche im Rahmen des stimmungsvollen Dark Electros vorgetragen wird.

Kernig und minimal inszeniert folgt Being Boiled: tear!downs Variante bietet Wucht und agiert recht dicht am Original, kann aber die Magie der allerersten Version nicht komplett heraufbeschwören. Dennoch besitzt der perkussive Ansatz seine Berechtigung, ein gelungenes Update, welches kantig tönt. Nicht mehr und nicht weniger.

Underpass distanziert sich abschließend am weitesten vom Spirit des Originals. Tempo und ein fast launiger Schwung verleihen der Coverversion einen eigenständigen Charakter. Und nach ein bis zwei Durchgängen muss man konstatieren: Das funktioniert gut – und für Puristen ist die klassische Synthlinie – der Trademark des Songs – gut in die launigen und doch angemessenen Klänge integriert.

Fazit: Auch wenn die Magie der nahezu unantastbaren Originale nicht immer erreicht werden kann, so hauchen die Coverversionen von tear!down den Klassikern durchaus neues, gelungen düsteres und mitunter sogar schwungvolles Leben ein. Das gilt besonders für Lullaby und Underpass. Wer gerne Düsteres hört und ein offenes Ohr für die respektvolle Erweiterung einiger New Wave Klassiker mit den Mitteln des Dar Electros besitzt, der oder die wird mit der neuen tear!down EP gut bedient. Der Output behandelt die Originale mit dem nötigen Feingefühl, ohne den eigenen Anteil zu verleugnen Try it.

Wertung: 7.5 von 10 Punkten (7.5/10)

Sparks! EP Release Infos

Interpret: tear!down
Label: tEaR!doWn
Release: Januar 2020
Stil: Dark Electro

Tracklisting:

01. Lullabye
02. being Boiled
03. Underpass



 
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