Review: Celluloide – Futur Antérieur

Cover des 2020er Albums von CelluloideNach einer längeren ruhigen Phase senden die Franzosen von Celluloide mit Futur Antérieur wieder Signale aus. Bereits bekannt die Single und der Clip Quelque Chose S’Efface, welche den Rahmen des neuen Albums konstituiert: minimaler Bleepy Pop mit bisweilen druckvollen Bässen, feinen Flächen und leichtgängigen Ideen.

Celluloide – Futur Antérieur

Der direkte Ansatz, einfache und eingängige Popmusik ohne pompösen Schnickschnack zu servieren, kennzeichnet Futur Antérieur. Dementsprechend minimal die Gestaltung der neuen, leicht zugänglichen Nummern der Franzosen, welche konsequent in Landessprache vorgetragen werden.

So klar die musikalische Idee, so eindeutig die Positionswahl genau zwischen elektronischem Pop und Minimal Wave. Für expliziten Minimal Wave kommt das Album zu gefällig und eingängig daher, für bloßen Pop zu versiert in Hinblick Struktur, Nostalgiefaktor und durchdachte Soundauswahl.

Denn die verspielten Bässe sowie die bisweilen fokussierte Rhythmik warten in einigen Momenten mit überraschendem Druck auf, während die Flächen zügig für Harmonie sorgen. Flankierende Sounds mit verspieltem Charakter – stets maßvoll implementiert – betonen den “bleepigen” Sound, der ganz frisch aus älteren Nostalgie-Rechnern entflohen zu sein scheint.

Bleepy Pop

Die offizielle Selbstverortung als Bleepy Pop trifft des Pudels Kern. Genau diesen bietet Futur Antérieur nämlich konsistent in Form kleinerer Variationen. So gelingt der Zugang aufgrund spürbarer Redundanz eben flugs – oder gar nicht.

Neben der Vorabsingle überzeugt vor allem das von Samples und zackigen Klängen getragene Instrumental Modulation De Fréquences, dessen Anmut an frühe namhafte Elektronik-Pioniere gemahnt. Poème Mécanique zeugt vom inhaltlichen Ansatz, während Ta Main Se Glace gekonnt eine gedämpfte Nachdenklichkeit hervorruft.

Dass sich der ein oder andere zähe Moment einschleicht – interessanterweise sogar beim Titeltrack – ist dennoch nicht zu verkennen. Vermutlich der Preis einer klar begrenzten Positionierung.

Fazit: Leichtfüßiger Pop, dessen retrospektiver Charme durch den französischen Gesang deutlich mitbestimmt wird. Stets schwingt angesichts der “bleepigen” Sounds eine wohlige Nostalgie mit. Sie nimmt allerdings keinen penetranten Charakter an, dafür sorgt die konzentrierte Rhythmik sowie die ein oder andere druckvolle Sequenz. Obgleich der ganz große Smasher fehlt, weist das neue Werk von Celluloide einen prägnanten minimal-melodisch Charakter auf. Aufgrund des engen Rahmens entsteht gleichzeitig manch ungewohnte Länge. Für Freude dieses Sounds dennoch eine Option.

Wertung: 6.5 von 10 Punkten (6.5/10)

Futur Antérieur Release Infos

Interpret: Celluloide
Label: BOREDOMproduct
Release: Januar 2020
Stil: Bleepy Pop

Tracklisting:

01. Boucle infinie 4:23
02. Si tu renonces 3:50
03. La cité des aveugles 4:15
04. Comptes des ombres 3:51
05. Modulation de fréquences 3:54
06. Quelque chose s’efface 3:59
07. Poème mécanique 3:26
08. Tant de place 3:48
09. Ta main se glace 3:47
10. Futur antérieur 4:12



 
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