30 Jahre Violator von Depeche Mode

Depeche Mode – das Cover des Kultalbums ViolatorAm 19.03.2020 wird eines der bedeutsamsten und einflussreichsten Depeche Mode Kultalben 30 Jahre alt: Violator feiert Jubiläum. Das epochale Werk gilt ein Meilenstein in Hinblick auf die Entwicklung der Briten, ihrer Bekanntheit und Kreativität. Ja sogar als wichtige Etappe der gesamten Musikgeschichte. Ein kleiner Rückblick: Was war da los vor nunmehr drei Jahrzehnten?

Depeche Mode – Violator

Wenn es darum geht, DAS Album von Depeche Mode zu nennen, dann antworten viele Fans mit Violator. Nicht nur die Übersingles Personal Jesus und Enjoy The Silence – bis heute auf jedem Depeche Mode Konzert im Set – sowie die ebenfalls erfolgreichen Auskopplungen Policy Of Truth und World In Iy Eyes legen dafür die Grundlage. Zur retrospektiven Bedeutung trägt natürlich viel mehr bei.

Die gesamte Situation, musikalische Entwicklungslinien, neue technische Möglichkeiten, das eigene Alter, die jugendliche Begeisterungsfähigkeit, soziale Aspekte sowie der gesellschaftliche Rahmen nach dem Fall der Mauer spielen eine Rolle. Es sind Nummern im Kontext einer aufregenden Zeit, die man nie vergisst: eingängig, teils ergreifend, mit viel Leben ausgestattet und technisch perfekt inszeniert.

Perfekt auch die Clips, für welche Stilikone und Depeche Mode Weggefährte Anton Corbijn verantwortlich zeichnet. Ohne ihn und seinen Einfluss ist diese Zeit kaum denkbar.

Großer kommerzieller Erfolg von Violator

Über 15 Millionen verkaufte Einheiten weltweit machten das – natürlich auf dem Label Mute veröffentlichte und von Flood produzierte – Album Violator zum mit Abstand kommerziell erfolgreichsten Release der Band. Die beste Besetzung, die Depeche Mode je prägte, krönte mit dem siebten Werk ihr bisheriges Schaffen.

  • Dave Gahan
  • Martin Gore
  • Alan Wilder
  • Andrew Fletcher

Einen Nummer-1-Hit bescherten die Singles aus Violator der Band in Deutschland übrigens nicht: Obgleich Enjoy The Silence wohl den bekanntesten Depeche Mode Titel aller Zeiten markiert, verhinderte Nothing Compares 2U von Sinéad O’Connor seinerzeit hartnäckig das Erklimmen des hiesigen Hitparaden-Gipfels.

Dennoch: Alles passte, selbst die B-Seiten weisen einen legendären Status auf. Ob Dangerous oder Sea Of Sin, es sind Songs für die Ewigkeit. Ebenso so die 12th- und Remix-Versionen (etwa der Pump Mix von Personal Jesus), deren Qualität heutzutage kaum noch erreicht wird. Depeche Mode waren in Topform – und “in” wie nie.

Gleichwohl – Violator markierte eine erste Zäsur: Vorsichtig begannen Depeche Mode damit, unverfremdete akustische Gitarren in ihre Stücke einzubauen. Soundmäßig nahm man zudem spürbar Abschied vom bisweilen hymnischen Stil (NLMDA, Stripped) der 80er. Man ging zudem auf Distanz zu jenen mutigen Sample-Orgien, welche Mitte bis Ende der damals frisch abgelaufenen Dekade für einen unvergleichlichen, sehr organischen Sound gesorgt hatten.

Violator klang reduzierter, mitunter glatter, spielte mit modernen Sounds und agierte dadurch am Zahn der Zeit. Depeche Mode schafften es dennoch, zeitlos zu klingen. Ein Kunststück, welches gelang, weil Martin Gore in jener Phase ein paar der besten Songs seines Lebens schrieb. Dazu zählt ebenso der Geheimhit Clean, der leider negative, erst noch folgende Ereignisse rundum die Band nahezu vorwegnahm.

Anschließende World Violation Tour

Der Triumphzug setzte sich auf der anschließenden – bis zum heutige Tage aber überraschend undokumentierten – Word Violation Tour fort. Hier flammen persönliche Erinnerungen auf: Fast unsere gesamte Klasse (Stufe 10 oder 11) fuhr damals zum Konzert. Die Fanszene festigte sich, an Discoabenden liefen immer 5–6 Songs von Depeche Mode, musikalische Vorlieben und ein auf die Musik abgestimmtes Outfit nahmen in dieser Phase explizite Konturen an.

Eine tolle Etappe des Erwachsenwerdens: Nach der beeindruckenden Wild-Tour von Erasure (1989, Hannover) krönten sich Depeche Mode im Jahre 1990 an gleicher Stelle in den Messehallen. Im Jahr darauf zeigten Front 242 (1991, Offenbach) im Rahmen der Tour Tyranny For You erneut, wo der EBM-Hammer hängt. Diese Jahre und Konzerte prägten die Hörgewohnheiten für eine lange Zeit, wirken noch heute nach.

Nicht zu vergessen: Alan Wilder spendierte Depeche Mode mit Kaleid eines der besten badass-Intros aller Zeiten:

Setlist der World Violation Tour 1990

  • Kaleid (intro)
  • World in My Eyes
  • Halo
  • Shake the Disease
  • Everything Counts
  • Master and Servant
  • Never Let Me Down Again
  • Waiting for the Night
  • I Want You Now
  • Here is the House
  • Little 15
  • World Full of Nothing
  • Sweetest Perfection
  • Blue Dress
  • Clean
  • Stripped
  • Policy of Truth
  • Enjoy the Silence
  • Strangelove
  • Personal Jesus
  • Black Celebration
  • A Question of Time
  • Behind the Wheel
  • Route 66

Einschätzung: Violator liegt in der besten Zeit von Depeche Mode. Diese umfasst die gesamte Spanne von Construction Time Again bis hin zum anfangs gewöhnungsbedürftigen SOFAD.

Natürlich machen “unsere” Jungs immer noch gute Musik, hauen starke Songs raus, lassen Emotion und Liebe immer wieder entbrennen. Doch niemals stand ihr Stern so hoch wie zur damaligen Zeit, nie waren sie bedeutsamer, vom Songwriting stärker und origineller. Danke Black Celebration, danke Music For The Masses, danke & happy birthday Violator. Man sieht und hört sich hoffentlich bald wieder.

Violator – The 12th Singles

Begleitend zum runden Geburtstag des Klassikers folgt ein neuer Part die Singles-Box-Reihe auf Vinyl: Violator – The 12“ Singles* liegt nummeriert und limitiert und exquisit vor. Das am 24. April 2020 erscheinende Release bietet die Auskopplungen der Jahre 1989 und 1990 auf zehn Scheiben.

Auf den Platten tummeln sich die Original- und Special-Editionen-Versionen aller vier Violator-Singles, plus die geätzte Enjoy The Silence, die blau eingeschweißte sowie die Promo-12“ von World In My Eyes mit weiteren Remixen.

Sämtliche Titel sind frisch gemastert. In der Box befindet sich zusätzlich ein Re-Print des alten Marketing-Posters und ein Download-Code.

Tracklisting:
1-1 Personal Jesus (Holier Than Thou Approach)
1-2 Dangerous (Sensual Mix)
1-3 Personal Jesus (Acoustic)
2-1 Personal Jesus (Pump Mix)
2-2 Personal Jesus (Telephone Stomp Mix)
2-3 Dangerous (Hazchemix)
3-1 Enjoy The Silence (7” Version)
3-2 Enjoy The Silence (Hands And Feet Mix)
3-3 Enjoy The Silence (Ecstatic Dub)
3-4 Sibeling
4-1 Enjoy The Silence (Bass Line)
4-2 Enjoy The Silence (Harmonium)
4-3 Enjoy The Silence (Ricki Tik Tik Mix)
4-4 Memphisto
5-1 Enjoy The Silence (The Quad: Final Mix) (Includes etching on the reverse side)
6-1 Policy Of Truth (Beat Box)
6-2 Policy Of Truth (Capitol Mix)
6-3 Kaleid (When Worlds Mix)
7-1 Policy Of Truth (Trancentral Mix)
7-2 Kaleid (Remix)
7-3 Policy Of Truth (Pavlov’s Dub)
8-1 World In My Eyes (Oil Tank Mix)
8-2 Happiest Girl (Kiss-A-Mix)
8-3 Sea Of Sin (Sensoria)
9-1 World In My Eyes (Dub In My Eyes)
9-2 World In My Eyes (Mode To Joy)
9-3 Happiest Girl (The Pulsating Orbital Mix)
10-1 World In My Eyes (Mayhem Mode)
10-2 Happiest Girl (The Pulsating Orbital Mix)

Depeche Mode Links

zur deutschen Depeche Mode Website



 
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