Review: Portion Control – Seed EP 2

Artikelbild: Portion Control ReviewExtrem aktiv agieren die “alten” Recken von Portion Control im Jahre 2020: Ein Album sowie zwei neue EPs kamen bis zum Dezember 2020 heraus. Die Seed EP 2 markiert das jüngste Release. Es wartet einerseits mit der so urtypischen Wucht der Musiker auf. Portion Control integrieren darüber hinausgehend eine Vielzahl technoider bis noisiger Sounds. Sie zeigen in diesem aktualisierten Gewand Track für Track dabei jene Trademarks, welche die Band seit langem auszeichnen.

Portion Control – Seed EP 2

Grundsätzlich schließt die Seed EP 2 sich nahtlos an den die Seed EP 1 an. Portion Control merkt man in ihrer nahezu selbstverständlichen Wirkung stets die musikalische Herkunft aus klassischer EBM, rauem Industrial und früher, verspielter Elektronik an.

Aggressiv, scharfzüngig und bisweilen etwas missmutig vorgetragen strahlen die neuen Tracks Kompromisslosigkeit aus. Doch so ursprünglich der Geist der EP, so technoid inspiriert gestaltet sich der gewählte Sound. Eine Entwicklung, die seit 10 Jahren spürbar ist – die Band strebt spürbar nach einer Verortung in der Gegenart, lässt daher, sicher nicht ganz zufällig, den Begriff Techno Punk häufiger fallen.

Dass dieses “Update” gelingt, stellt nun wirklich keinen Zufall dar. Denn die verwendeten, oftmals aus dem Hintergrund hereinbrechenden Sounds wirken wie eine natürliche – und eben nicht von außen aufgezwungene – Aktualisierung. Deutlich formuliert: Portion Control funktionieren auf den Seep EPs ebenso gut wie Fixmer/McCarthy in launigen Momenten, das zeigt etwa Realm unmissverständlich.

Missmutige Lust am Spiel mit Ausdruck und Sound

War es auf der Seed EP 1 der Track Crystal, welcher hervorstach, so zeigen sich auf der Seed 2 EP die Nummern Gloat und Seek als Highlights: Sie gießen exakt getaktete technoide Wucht sowie scharfzüngige, zeitweilig redundant-parolenhaft vorgetragene Vocals in erlebbare Formen. Man hat erneut das Gefühl, dass der Sänger dicht vor dem Hörer steht und ihn mit skeptischen Blicken fixiert, ja vielleicht sogar traktiert.

Kraftvolle Bässe und messerscharf einschneidende Sounds untermalen den rauen Charakter beider Nummern, wandeln an der Schnittstelle von Techno und subkultureller EBM. Man kann hier eine klare Entwicklungslinie von der Vergangenheit der unterschätzten Pioniere bis hin zur Gegenwart ziehen.

Wer Wut und Missmut und passagenweise ausbrechendes Temperament (Revealtion) in einem ebenso klar strukturierten wie mit Details gespickten Soundmantel schätzt, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Fazit: Wütend stampfend und mit ordentlich Temperament zimmern Portion Control ihren Anhängern auf der Seed 2 EP technoide Tracks um die Ohren – und zwar in konsistenter Weise. Auffällig gestaltet sich dabei die Vorliebe für den Midtempo-Bereich. Portion Control mögen sehr erfahren sein, doch musikalisch “alt” oder vorhersehbar tönen sie beileibe nicht, dazu gelingt ihnen das derzeitige Update zu gut. Auch bei Seed 2 EP gilt zudem: Je lauter, desto besser.

Wertung: 8 von 10 Punkten (8/10)

Seed EP 2 Release Infos

Interpret: Portion Control
Release: Dezember 2020
Stil: EBM/Techno

Tracklisting:
01. Revealation 05:57
02. Gloat 05:16
03. Seek 05:00
04. Realm 04:55
05. Bonus: Devour 05:10



 
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