Suicide – Surrender: A Collection (Vö. März 2022)

Artikelgrafik: Suicide - Surrender: A CollectionSurrender: A Collection umfasst Tracks von allen Alben der legendären Suicide. Beginnend bei Suicide (1977) bis hin zum finalen Werk American Supreme (2002). Dazu kommen mit Girl (Unreleased Version) und Frankie Teardrop (First Version) zwei Songs bzw. Versionen, die bis dato nicht erhältlich waren. Zusammengestellt wurde die Auswahl prägender Suicide Tracks von Martin Rev, Liz Lamere, Henry Rollins und Jared Artaud.

Surrender: A Collection

Alan Vega (verstorben 2016) und Martin Rev formten Suicide bereits im Jahre 1971, nicht ahnend, welche Bedeutung das Duo erlangen sollte. Sie gelten als durchaus skurrile Pioniere beim Einsatz von Synthesizer und Drummaschine.

Die Musiker wagten sich als eine der ersten Bands an den radikalen Einsatz von – aus heutiger Sicht – radikal-elektronischen Arrangements abseits damaliger Konventionen. Ihrem Ansatz wohnte viel “Impakt” inne: Suicide veröffentlichten insgesamt fünf Alben und nahmen eine Vorbildfunktion für nachfolgende Bands und Musiker ein.

Denn die Stilistik der Band gestaltet sich einzigartig, ihre Tracks sind immer sofort zu erkennen: Martins Revs klaustrophobischer, neurotischer, in seinen unerwarteten Ausbrüchen teils sogar verstörender (Sprech-)Gesang wird durch diverse Effekte flankiert.

Extremer Minimalismus kennzeichnet hingegen den Sound, der nur aus Synthesizer und einem Drumcomputer besteht. Oft kreieren die Nummern eine drückende Stimmung. Mehr als einmal fällt das Resultat unheimlich, dramatisch, emotional verstörend oder gar albtraumhaft aus.

Suicide: konfrontative Pioniere auf Crashkurs mit dem amerikanischen Traum

Suicide besangen den – aus ihrer Sicht – amerikanischen Albtraum nicht nur, sie lebten ihn. Live führten Vega und Rev eine Art Endzeittheater auf. Anfangs fühlte sich das Publikum der 70er und frühen 80er Jahre von der kompromisslosen, konfrontativen Darbietung derart provoziert, dass einige Konzerte abgebrochen werden mussten. Der heutige Kult folgte somit dem Konflikt und der Ablehnung.

Und immer wieder fanden sich in der strikt elektronischen Musik Gesangspassagen, die ganz traditionell von Elvis und somit vom Rock’n’Roll beeinflusst waren. Eben das verlieh der Mixtur von Suicide ihren speziellen, zweifelsohne eigenartigen Charakter.

Der Rest ist Musikgeschichte: Tracks wie Frankie Teardrop, die rhythmischen Ghost Rider, Rocket USA oder Why Be Blue entwickelten sich zu prägenden Szene-Klassikern, die bis weit in den Mainstream (explizit im Techno) hinein ihre Wirkung injizierten.

Electro-Punk oder Minimal-Techno sind Begriffe, die heute den Output des Duos scheinbar treffend skizzieren. Doch damals war es einfach nur Mut, inhaltlicher und technischer und Pioniergeist, gepaart mit der Aufnahme und Dekonstruktion amerikanischer Trademarks.

Eine Einladung, um Suicide kennenzulernen

Obwohl die großen Hits von Suicide natürlich nicht fehlen dürfen, versteht sich Surrender nicht als simple Best-of-Compilation, sondern als eine wohldurchdachte Komposition, die alte Fans durch das Remastering der Tracks erfreuen und jüngere Musikfans ansprechen soll.

90er-Jahre-Ikone Henry Rollins (ex-Frontmann von Black Flag) ist Fan und Freund von Suicide, er trägt einige Anmerkungen über den Sinn der speziellen Compilation bei:

This gathering of songs is not a ‘best of’ nor is it a ‘definitive’ all-you-need-to-know compilation. It is an introduction that will hopefully compel you to explore the albums.

Video: Frankie Teardrop (First Version)

Die bisher noch nicht veröffentlichte und auf der Compilation befindliche Version des Klassikers Frankie Teardrop verfügt über alternative Vocals. Douglas Hart (My Bloody Valentine, Primal Scream, The Jesus & Mary Chain) gestaltete den bereits vorliegenden Clip/Film zur First Version.

Tracklist: Surrender: A Collection (CD)

01. Dominic Christ (2022 – Remaster)
02 .Diamonds, Fur Coat, Champagne (2022 – Remaster)
03. Harlem (2022 – Remaster)
04. Rocket USA (2022 – Remaster)
05. Cheree (2022 – Remaster)
06. Dream Baby Dream (2022 – Remaster)
07. Touch Me (2022 – Remaster)
08. Ghost Rider (2022 – Remaster)
09. Mr. Ray (2022 – Remaster)
10. Surrender (2022 – Remaster)
11. Why Be Blue? (2022 – Remaster)
12. Wrong Decisions (2022 – Remaster)
13. Dachau, Disney, Disco (2022 – Remaster)
14. Radiation (2022 – Remaster)
15. Frankie Teardrop (First Version) (2022 – Remaster)*
*Previously unreleased

Surrender: A Collection von Suicide erscheint am 25.03.2022 via Mute (Warner). Das Release wird nicht nur auf CD, sondern auch als Vinyl verfügbar sein.

Suicide Links

zur Retrospektive von Suicide auf laut.de



 
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