Review: Fixmer/McCarthy – ‘Let It Begin’

Cover: Let It BeginLet It Begin lautet der vielsagende Titel der neuen Fixmer/McCarthy EP. Für einen Start sind die Musiker natürlich bereits zu lange dabei, dennoch passt der Slogan der 2019er EP. Er referenziert das Harte und Ursprüngliche des Projektes. Die Tracks gehen bisweilen mächtig nach vorne; den kleinen Melodien des letzten Albums hat das Duo einen satten Kick in den Allerwertesten verpasst.

Fixmer/McCarthy – Let It Begin

So eingängig das letzte Werk Into The Night teilweise klang, an einigen Stellen vermisst man Tempo und jene Wut, die McCarthy so gerne ins Mikro presst. Zweifelsohne gibt er gerne den überzeugenden Charmeur in besten Nachtclubs, aber den stöhnenden Wüterich kann man nicht einfach verbannen.

Im Gegenteil: Fixmer/McCarthysuspendieren im Jahre 2019 schnelle Gefälligkeit und ihre – durchaus gekonnte (Love The Night, And Then Finally, Banging Down The Door) – poppige Attitüde. Sie kehren insofern zu ihrem Startpunkt zurück, als dass Tempo und kalte Sequenzen die neuen Tracks prägen. In die druckvollen Beats fügen sich Shouts sowie die bekannten Stöhner des NEP Frontmanns souverän ein – gekonnt ist gekonnt.

In der normalen Version überzeugt der Titeltrack allerdings nicht komplett. Unfertig und rhythmisch ungewohnt hektisch wirkt er. Die Richtung stimmt, aber der passende Weg wird erst im Folgenden beschritten.

Technoides Beatgewitter mit kaltem Flair

So sind es die Remixe, welche die Stärken betonen: Dabei agiert der Phase Fatale Mix erstaunlich dicht am legendären Empirion Remix von Firestarter (The Prodigy). Beide Nummern lassen sich problemlos kombinieren, so hypnotisch fordert diese Clubversion mit der Betonung auf Techno den Hörer heraus.

Der Gesang rückt hier allerdings durch die genutzten Filter spürbar in den Hintergrund, was schade ist. Härter und in Hinsicht auf den Stimmeinsatz besser tritt der Force Mix auf – und zu. Im Rahmen de dominierenden, technoiden Urwucht verpassen die selektiven Vocals der Interpretation Schärfe und ein besonderes Momentum. Tanz(!), so kalte Befehl des Remixes.

Heimlicher Star: Techno-EBM-Fusion mit The Crush

Einen zielsicheren Kinnhaken setzt das Duo mit The Crush, denn mit dem Titel einen sie all ihre frühen Einflüsse und Stärken. Passende moderne Electrosounds sowie der Vorwärtsdrang wilder EBM Tage münden in Struktur und schnellen Sequenzen. Haut die Nummer doch mal nach K.I.A. von Nitzer Ebb in den Player, das macht Laune!

The Crush wird von einem stimmlichen Vortrag, der sich ins Bohrende steigert, gekrönt. Fixmer/McCarthy in schlagender Form, in der Wirkung dicht bei den prägenden Nummern des ersten Werks.

Fazit: Vor allem die Remix-Interpretationen des Titeltracks beschwören die frühen Fixmer/McCarthy herauf: Drive, schneidige Kälte und rhythmische Wucht prägen die Szenerie. EBM Fans feiern mit The Crush den heimlichen Star der EP, ganz nah an den Roots und doch extrem “fresh” inszeniert. Sich steigernde Vocals kennzeichnen den schnellen Track, der neben You Want It, Destroy, Freefall, Through A Screen und Pistol Whipper zum Besten zählt, was unter dem Namen Fixmer/McCarthy bisher zu hören war.

Wertung: 8 von 10 Punkten (8/10)

Let It Begin Release Infos

Interpret: Fixmer/McCarthy
Release: April 2019
Stil: Electro/Techno/EBM

Tracklisting:
1. Let It Begin 05:52
2. Let It Begin ( Phase Fatale Remix) 06:37
3. The Crush 04:29
4. Let It Begin ( Force Mix) 05:24



 
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