Tot, vergangen und wieder ausgegraben – Stabbing Westward in der Gegenwart

Iwo Jesus Resurrected CoverIm Februar 2002 war die Geschichte von Stabbing Westward eigentlich beendet: Die Band mit dem besonderen Gespür für griffigen Industrial Rock löste sich auf. Doch 2016 ging es überraschend weiter, das neue Werk Dead & Gone wurde in den folgenden Jahren eingespielt. Der Clip zum gleichnamigen Song ging Anfang 2020 online. Noch spannender ist allerdings, dass die oft unterschätzte Formation in den eigenen Archiven gegraben und die Demo Iwo Jesus nochmals in verbesserter Qualität aufgenommen hat. An Bord befinden sich einige der stärksten Songs des Projektes.

Stabbing Westward

Vom Start weg (1985) setzen Stabbing Westward auf die Kombination von elektronischen Passagen und griffigen Gitarrensounds. Anfangs düster, verwegen und recht melodisch – beeinflusst von Acts wie The Cure oder New Order. Später wurde es derber: Skinny Puppy und Ministry standen Pate.

Und so trugen wechselnde Besetzungen von Stabbing Westward mit den Alben Ungod (1993), Wither Blister Burn & Peel (1996), Darkest Days (1998) sowie Stabbing Westward (2001) zur Entwicklung und Festigung der Crossover- und Industrial-Rock-Bewegung der 90er bei. Nie im breiten Fokus der großen Öffentlichkeit, aber doch als wichtiger Teil des Fundaments.

Von den Singles traten besonders Violent Mood Swing, Lies und Save Yourself hervor. Die Band war in der Lage, erdige Songs mit Wiedererkennungswert zu schreiben. Zum damals neuen Stil trat die kompositorische Potenz.

Der Anfang des neuen Jahrtausends bedeutete hingegen – wie für nicht wenige Crossover-Formationen der verblichenen 90er Jahre – das Aus. Die Zeit war abgelaufen, Crossover als Stil gehypted und irgendwann überspielt. Doch aus tot und vergangen wird nach dem Ausgraben durchaus ein lebendiger Bastard, wie das überraschende Comeback seit dem Jahr 2016 zeigt.

Dead & Gone Video (2020)

Das neue Stabbing Westward Material, welches bis dato von der Band selbst vertrieben wird, kling wie folgt:

Iwo Jesus Resurrected

Für Fans der Formation könnte es allerdings noch spannender sein, dass Stabbing Westward die Iwo Jesus EP unlängst re-released haben. Auch wenn es den Musikern mit ihrem immanenten Perfektionismus nicht leicht fiel, sie strebten an, nur den Klang zu verbessern, ohne dass durch neue Arrangements und Optimierungen der faszinierende Charakter der zeitlosen Tracks leidet.

Stabbing Westward verdeutlichen:

IWO JESUS,the 1989 4 song cassette EP that launched SW has been resurrected. The original EP was recorded in 1989 on an 8 track tape machine synched to an Emax II Sampler and an EMU SP1200 sampling drum machine. 100 copies were originally printed and sold both at local shows and in the legendary Wax Trax Record store in Chicago. The first time we walked into the store and Frankie from Thrill Kill Kult was playing our tape in the store I thought my heart was going to explode. Walter found the tape during a recent move and tried to remaster it but the tape was badly worn and was more noise than music. (which back then I would’ve considered a compliment). We made the decision earlier this year to attempt to recreate the original as faithfully as possible using what gear we had in our closets and utilizing more modern gear to fill in the gaps. It was difficult for me to not “improve” the songs. (It’s my perfectionist producer mentality). But we chose to let them remain trapped in 1989 and embrace the angsty industrial rage of the late 80’s.

Die frühe Demo-EP bündelt ein paar der intensivsten Songs der Industrial-Rock-Formation schlechthin. Und wer beim zeitlosen Shame (Do You Think God Is Dead?) keine Pelle bekommt, der ist bei diesem Projekt vermutlich eh falsch am Platz. Einen Versuch sollte es wert sein:

Stabbing Westward Links

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