Review: Parralox – ‘Metropolis’

parralox - metropolisWas die Single Supermagic vorgab, setzt das neue Parralox Album Metropolis fort: Klar strukturierte Elektronik, mit einem Bein im Dancefloor, mit dem Gegenstück in eingängigen Melodien inklusive 80er Touch verankert. Funktioniert das auch auf CD-Länge?

Parralox – Metropolis

Es ist in Hinsicht auf die heterogene Zielgruppe schon ein bisschen das Tapsen im musikalischen Minenfeld, wenn man zeitweise Richtung Kylie Minogue tendiert und gleichzeitig kühlen Electroclash-Diven der Marke Client oder Ladytron Tribut zollt.

Kann dann gut funktionieren, wenn man die gefährlichen Stellen locker umtänzelt und souverän sein eigenes Terrain absteckt: den schmalen Grad zwischen Kommerz und gekonntem Individualismus.

Pop der Marke Parralox

Wie würden die Pet Shop Boys eigentlich mit zusätzlichen weiblichen Vocals klingen? Wie beim Opener Ancient Times, der kackfrech Love Comes Quickly zitiert, etwa? Ein einprägsames Duett von Sängerin Amii und John Von Ahlen mit Singlepotential, das einfach die Gehörgänge besetzt. Und da vielerorts ein musikalisches Label benötigt wird: Man könnte es Nostalgie-Eurolectro-Clash nennen. Zufrieden?

Der Großteil der CD bietet eben diesen tanzbaren, melodischen und im Refrain häufig pfiffigen Klang. Radiotauglich, ohne all zu viel Ecken und Kanten und (dennoch) erkennbar und erfreulich anders als der Großteil der Charts.

Der Preis der Homogenität ist, dass ein paar Tracks recht austauschbar klingen. Immer eine Gefahr bei Dancefloorklängen, die – um sich abzuheben – eine zündende Melodie oder einzigartige Soundeffekte benötigen.

Ein Schuss Glamour – eine Prise kommerzieller Anspruch

Metropolis profitiert allerdings häufig von dezent glamourösen Anleihen (Love Is Enough), die mit der druckvollen Produktion harmonieren.

Wenn das Album Gefahr läuft, ein wenig zu vorhersehbar zu klingen, integrieren Parralox Einflüsse aus Electro und Minimal, sogar einige Sounds Typ C-64 frischen die Titel auf. Miss You zeigt sich als Prototyp stilistischer Extravaganz.

Wo wir bei den Zitaten sind: Freunde von Divines Shoot Your Shot mögen vermutlich den Basslauf von Promised Land und tanzen anschließend bei der ebenso stimmigen Vorabsingle Supermagic weiter. Hier fabrizieren Parralox eingängige Popmusik nahe der Perfektion.

Don´t Listen To Me klingt später derart nach Popsternchen Kylie, man glaubt es kaum. Leider wippt der eigene Fuß auch dann mit, wenn man sich darüber aufregen will. Klassischer Fall von “das darf mir eigentlich nicht gefallen, tut es aber”. OK – ein Punkt für Parralox.

Die andere Seite von Parralox: Synthiepop

Kurz vor dem akustischen Dancefloor-Overkill schwenkt Metropolis um: Das von John Von Ahlen vorgetragene Acrimony greift klassische Synthiepop-Elemente auf, während das getragene Failure fragile Stimmungen hervorruft.

Gegenpole, die dem Album einen runden Schliff verpassen – und ungezwungene Vielseitigkeit. Einfach mal Reinhören.

Wertung: 7.5 von 10 Punkten (7.5/10)

Metropolis Release Infos

Interpret: Parralox
Label: conzoom Records
Release: 26.11.2010
Stil: Dancefloor/Electropop/80er

Tracklisting:
01. Ancient Times
02. I Sing The Body Electric
03. Love Is Enough
04. Miss You
05. Promised Land
06. What About You
07. Supermagic
08. Miracles
09. Acrimony
10. Machines
11. Failure
12. New Light

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