Review: MRDTC – #5.2 Flatsforkids

MRDTC - FlatsforkidsMusik für einen guten Zweck. Die Einnahmen der neuen MRDTC EP #5.2 Flatsforkids gehen komplett in den Spendentopf für die Kleinen. Ein guter Anlass heiß aber nicht, dass das Duo jetzt gemäßigt oder netter klingt, nein – die neuen Tracks zeigen sich extrem ausgearbeitet und kommen gleichzeitig düster und druckvoll daher.

MRDTC – #5.2 Flatsforkids

Ebenso überzeugend wie der Inhalt der neuen MRDTC EP gestaltet sich der Anlass der Scheibe: Das Duo tritt beim diesjährigen Lauscher Festival auf, welches Geld für Kinder sammelt.

Genau dazu wurde #5.2 Flatsforkids eingespielt, sämtliche Einnahmen gehen komplett in den Spendentopf. Gute Idee, gute Sache.

Die Auflage ist auf 75 Exemplare limitiert und wird exklusiv am Merchandise des Festivals am 26.09.2015 in Erfurt erhältlich sein.

Nachdem die Intention klar ist, lässt sich das Projekt bei der Musik erst recht nicht lumpen: Kaum sind MRDTC aus dem finsteren Nothington entflohen, entwickelt sich der Titelsong zu einem kleinen, durchaus fiesen Ohrwurm.

Gute Balance zwischen druckvoll und düster

Sufferhead kommt nach kurzer Anlaufphase pumpend und druckvoll daher, die Nummer wartet im Hintergrund nicht nur mit einem pulsierenden Basslauf auf, sondern arbeitet selbigen explizit aus.

Ob Modem-Nostalgie-Einwahlsounds, verquere Flächen, die an verrückte Shock Therapy Alben gemahnen, oder diffuse Geräuschkulissen, hier stimmen Drive & Stimmung. Beides setzt sich wechselseitig in Szene, ein gelungener Simultankontrast.

MRDTC bewegen sich in ihrer Nische zwischen EBM und richtig gekonntem Dark Electro, welcher angesichts der bündigen, gepresst-düsteren Vocals nie in pure Soundlandschaften abzugleiten droht, sondern bisweilen richtig in die Knochen geht.

Drohung und Aufforderung, herb und gleichermaßen differenziert. Passt.

Der Titeltrack liegt zudem in drei Remixversionen vor: Der Charakter des Songs macht es zunächst Leaether Strip leicht, dem Titel seine spezielle, pumpende Note aufzudrücken.

PNE setzen hingegen auf überraschende Breaks und ergänzen Sufferhead mit typischen Bandsounds. Zunächst gewöhnungsbedürftig und stellenweise fast etwas “dubstepig” anmutend, überzeugt der rhythmische Fokus dieser Version immer mehr.

Abschließend entfernt sich der Blac Kolor Remix am weitesten vom Original. Doch die Reise lohnt sich durchaus, denn diese teilweise experimentell und industriell anmutende Version verfehlt ihre Wirkung trotz einer gewissen Monotonie nicht.

Vetonte Furcht

Mit Fear befindet sich ein weiterer neuer Song auf der Scheibe, der auf keinen Fall untergehen sollte. “I lost my mind”, tönt es dem Hörer immer wieder schallend entgegen. Nun denn, den Kopf haben MRDTC bei dem Track ganz sicher nicht verloren.

Denn nach stimmungsvollen Samples zu Beginn setzt sich der Midtempo-Song nach und nach in Bewegung, zieht den Hörer mit einer subtil inszenierten und doch packenden Melodielinie in den Bann.

Kein Titel, der sofort wirkt, aber einer, der angesichts der vielen Soundvariationen und der ihm innewohnenden Stimmung von Mal zu Mal wächst. Intelligent designte düstere Musik für Kenner, wenn man ihr denn die benötigte Zeit spendiert.

Fazit: MRDTC liefern variantenreiche elektronische Underground-Mukke für einen guten Zweck ab. Die EP tariert ein “Vorwärts-Feeling” gut mit durchdachten Soundstrukturen aus. Sie bietet Abwechslung und mit Sufferhead einen bündigen und doch bedrohlichen Titeltrack an der Schnittstelle von Dark Electro und EBM.

Wertung: 8.5 von 10 Punkten (8.5/10)

#5.2 Flatsforkids Release Infos

Interpret: MRDTC
Label: Emmo.biz
Release: 26.09.2015
Stil: EBM/Dark Electro

Tracklisting:
01. Sufferhead
02. Fear
03. Sufferhead (Leaether Strip Remix)
04. Sufferhead (PNE Remix)
05. Sufferhead (Blac Color Remix)



 
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