Review: Vogon Poetry – ‘Life, The Universe And Everything’

Vogon Poetry CoverEs wird raumgreifend und bedeutungsvoll. Das verrät schon der recht bombastische Titel namens Life, The Universe And Everything, welchen das schwedische Synthpop-Trio Vogon Poetry für ihr 2018er Album gewählt hat.

Vogon Poetry – Life, The Universe And Everything

Ab ins All: Das Grundthema, welches schon S.P.O.C.K. gerne und gut bereisten, spannt sich bei vielen Titelnamen des neuen Vogon Poetry Albums am Erwartungshorizont auf. Leben, das ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig. Hoffnung und Angst, Bekanntes und Unbekanntes, Start und Ziel. Wer weiß schon, wie viele Variationen seiner selbst in den zahllosen Multiversen ihr Unwesen treiben?

Und so passt es, wenn Vogon Poetry auf ihrem dritten Epos das Teilthema Science Fiction in einem recht puristischen Synthpop-Gewand vertonen. Retrospektiv, elegant und oft anmutig im Sound (Serenity), “catchy” in der Melodieführung. Ihre Routen sind Besatzungen von Bands wie Erasure oder S.P.O.C.K als sichere Wege in die Faszinationen bekannt.

Gerne plant man einen kurzen Zwischenstopp in sicheren Gefilden – Vogon Poetry liefern mit In Space No One Can Hear You Scream eine vergleichsweise düstere und sehr gelungene Coverversion des Klassikers von S.P.O.C.K ab.

Swedish SciFiPop

Der eigens geschaffen Begriff Swedish SciFiPop verdichtet den musikalischen Ansatz umfassend. Eingebettet in stimmungsvolle Melodien mit Tiefgang versprühen die Sounds immer wieder einen wunderbaren 80er Jahre Charme. Reduziert und mit klarem Impuls vorgetragen, damit niemand in den Weiten verloren geht. Das gilt besonders für die nachdenklichen und balladesken Momente in Titeln wie Children Of Mine oder The Upside Down.

The Upside Down entstand als Reaktion auf die faszinierenden TV-Serien Stranger Things & Dangers of Space, die musikalische Erzählung hätte problemlos als Titeltrack dieser Serien fungieren können.

Platz für einige neue Klänge schaffen Roger Tell, Daniel Önnerby und John Andersson ebenfalls. Ihnen gelingt mitunter das kleine Kunststück, retrospektiv und zeitgemäß gleichzeitig zu klingen. Etwa bei der technoid unterlegten Nummer Heart Of Gold oder beim flotten Tanz in den Weltraum namens Dangers Of Space.

Existenzfragen

Gerne folgt man ihren stimmungsvolle Geschichten aus den Weiten des endlosen Raums (Spacewalk). Oftmals überzeugt dabei der ausdrucksstarke und variabel akzentuierte Gesang von John Andersson. Spürbar treten auf gesanglicher Ebene Impulse von IAMX oder Elegant Machinery hinzu. Besonders dann, wenn Vokale betont und lange gehalten werden – ein Vollblutsänger.

Aber Zukunft ist nicht nur die Weite des Raums, sie macht auch Angst, wirft Fragen auf. Genau das thematisiert Tomorrow – was erwartet uns? Bei dieser Perspektive geht es um die Existenz – und somit um alles. Hier schließt sich der Kreis zum Albumtitel.

Fazit: Science Fiction und Synthpop – bei Vogon Poetry ist das eine Liebesbeziehung. Sie fabriziert schönen, nachdenklichen, bisweilen tanzbaren und somit einfach gut gemachten Synthpop, der von ausdrucksstarken Vocals getragen wird. So umfassend der titel des Albums, so klar die musikalische Botschaft: Ein sehr gelungenes Werk für Fans elektronischer Musik mit einem Faible für kosmische Dimensionen.

Wertung: 8 von 10 Punkten (8/10)

‘Life, The Universe And Everything Release Infos

Interpret: Vogon Poetry
Release: April 2018
Stil: Synthpop

Tracklisting:

01. The Upside Down
02. Dangers Of Space
03. Children of Mine
04. In Space No One Can Hear You Scream
05. Heart of Gold
06. Spacewalk
07. Serenity
08. Tomorrow



 

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