Review: Vomito Negro – ‘Slave Nation’

vomito-negro-slave-nationMit dem letztjährigen Werk Skull & Bones legten Vomito Negro ein überraschend furioses Comebackalbum vor. Die EP Slave Nation verbreitert konsequent die musikalisch angelegten Pfade inmitten des zappendusteren Soundgewands.

Vomito Negro – Slave Nation

Festhalten, Vomito Negro schmeißen mit Time Traveler die Zeitmaschinen an und landen … in der Gegenwart. So bedrohlich druckvoll und im selben Atemzug klanglich originell, dass man der Band ihr Alter nicht anmerkt. Der Zeitreisende bewegt sich in einem schmissigen Midtemposong mit scharfen und effektbeladenen Vocals.

Ungewöhnlich die fast ‘euligen’ Backgroundsounds, die tatsächlich etwas an Soft Cells Sex Dwarf erinnern. Zusammen mit den fast vergessenen Fanfaren im Refrain, verleihen sie dem Ganzen etwas, was man mit Vomito Negro eher nicht verbindet: einen beschwingten Unterton. Und das ist an dieser Stelle an Kompliment.

Zwischen Club und Soundtrack

Fast soundtrackmäßig schleicht sich Evil Eyes durch die Boxen. Etwas, das die Belgier bereits in den 80ern gekonnt inszenierten und nun auf technisch gestiegenem Niveau reproduzieren. Man fühlt sich wie inmitten eines dicken Nebels, kein Ort zum Entspannen.

We Did It Again – so der dritte Titel. Das ist nicht gelogen; die sehr eigene Mixtur aus klassischer EBM, Dark Electro und selektiven Industrial-Einschüben markiert Vomito Negro als Unikat, das nach wie vor polarisiert.

Der Song selbst enttarnt sich als wuchtiger Clubtrack, dessen gewollte Monotonie immer wieder durch spacige Sounds und schräge Elemente aufgebrochen wird. Eher moderat dabei die Gesangseffekte, was den Charakter schärft; sicher der – neben Time Traveler – am schnellsten wirkende Beitrag der ungewöhnlichen EP.

Vomito Negro greifen dissonante Elemente auf

Das Titelstück Slave Nation leitet den verstörenden Teil der EP ein: Verstärkte Einschübe irritierendem Charakters treffen auf hypnotische Songstrukturen mit eingestreute Satzfetzen. Ein Track für reizüberflutete Clubgänger, deren frühmorgendlicher Zustand nur durch Bass und Rhythmus stabilisiert wird.

TV Man treibt diese gleichsam anstrengende und funktionierende Mixtur auf die Spitze. Ein ungewöhnlicher Ansatz für die momentane Zeit.

Mit einem glatten EBM-Punch endet die EP: Sabotage (EBM Mix) bohrt sich mit einer schönen Klinik Sequenz ins Ohr und stellt klar, dass Energie auch mit dosiertem Tempo erzeugt werden kann.

Wertung: 8.5 von 10 Punkten (8.5/10)

Slave Nation Release Infos

Interpret: Vomito Negro
Label: Out Of Line
Release: 22.01.2011
Stil: EBM/ Dark Electro

Tracklisting:
1. Time Traveler
2. Evil Eyes
3. We Did It Again
4. Slave Nation
5. TV Man
6. Sabotage (EBM Mix)



 
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